Samstag, 6. Februar 2016

Sorry

Ich konnte es ja kaum erwarten, bis ich mich nach Mitternacht endlich bei all den Pappnasen bedanken konnte, die mich und meinen Geburtstag vergessen haben.

Johannes hatte mir dann heute morgen geschrieben. Über FB und über Whatsapp. Hatte sich entschuldigt und mir alles Gute gewünscht. Ich wusste doch eh, dass du ich dir nicht wichtig genug bin und du mich vergisst.
Meine Antwort: Kein Ding, alles gut. Ich weiß auch nicht von jedem meiner FB-Freunde den Geburtstag.
Er schreibt: Du bist aber nicht JEDER!
Kannst du mir das nicht einfach mal zeigen, anstatt das immer nur zu sagen?! 

Aber seht ihr. Ich wusste, dass ihm solche Daten eigentlich wichtig sind. Das erste Mal seit langem, dass ich das Geühl habe, dass ich ihn doch ein wenig kenne.

Auch bei Jens lag ich richtig. Obwohl unser neuer gemeinsamer Chef ihm gestern extra noch mal gesagt hatte, dass ich Geburtstag habe, kam nichts. Ich hatte Jens dann heute "beruflich" geschrieben und erst da hatte er mir dann nachträglich gratuliert. Hätte ich ihm nicht geschrieben, wäre wahrscheinlich gar nichts gekommen. So ist der Kerl einfach.

Apropos neuer Chef. Mit dem hatte ich mich dann gestern auch kurz getroffen, weil er ne Kleinigkeit für mich hätte. Die Kleinigkeit bestand aus 100,00 Euro! Das ist echt krass.

Ich weiß ja seit über zwei Wochen jetzt, dass ich da beruflich ein bisschen mehr machen darf und mir da ja in Zukunft echt coole Dinge passieren werden. Ich hab das meinen Eltern noch nicht erzählt. Wir haben hin und wieder in der Zeit telefoniert. Aber das Ding ist... Sie fragen mich noch nicht mal, wie es mir geht oder was es Neues gibt. Und ich frage, ob das immer so war. Ich hab ihnen schon als Kind nie was erzählt. Das weiß ich. Aber habe ich ihnen nie etwas erzählt, weil mich sowieso niemand gefragt hat? Hmm. Ich reize das im Moment aber auch aus. Erzähle es nicht von mir aus. Weil ich einfach mal abwarten möchte, ob man mich überhaupt irgendwann mal nach meinem Leben fragt. Ich glaube, es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder auch mal fragen, wie es ihnen geht, was sie so erleben und erlebt haben, ob sie etwas beschäftigt, ob es etwas gibt, was sie beschäftigt oder über das sie reden möchten. Ja, ich denke, das gehört zu den Job von Eltern. Ich denke, für mich wäre das kein Job, sondern ein Grundbedürfnis. Wissen zu wollen, wie es in meinem Kind aussieht. Naja, egal. Ich bin mittlerweile 34 Jahre alt und damit eh raus ;-) . In dem Alter will ich kein Kind mehr. Ich bin schlichtweg zu alt. Für mein Empfinden. Meine Mutter war 38 als sie mich bekommen hat und sie war einfach immer älter als alle anderen Mütter und so viel uncooler. Ich weiß, dass das nicht am Alter liegen muss. Aber nein, ich möchte keine Mutter sein, die 10 Jahre älter ist als die Mütter der Freunde meines Kindes.

Ich schlafe seit fast zwei Wochen so mega schlecht. Kann nicht einschlafen. Dabei bin ich so mega müde und kaputt. Total ausgelaugt. Aber kaum lege ich mich abends hin, dann ist es vorbei. Ich denke zu viel nach. Über meine Eltern. Ich kann es einfach nicht fassen. Jeder von uns hat und wird das erleben. Eltern sterben nun mal. Warum ist das ausgerechnet für mich so schwer? Das verstehe ich einfach nicht. Aber ich hab nächste Woche eh nen Termin beim Psychiater. Oder übernächste Woche? Weiß ich grade nicht, dann lasse ich mir glaube ich mal was verschreiben. Obwohl ich ansonsten so gegen Medikamente bin. Aber wenn ich nicht schlafe, dann gehts mir einfach nicht gut. Und der Zustand dauert mir im Moment schon zu lange an. Und obwohl ich schon verschiedene Dinge ausprobiert habe, habe ich einfach das Gefühl, dass ich das grade selbst nicht in den Griff bekomme. Und Schlaf ist nun mal eines der wichtigsten Dinge für mich. Wenn ich nicht genug Schlaf bekomme, dann bekomme ich den Rest auch nicht mehr hin. Mal 1-2 Nächte nicht schlafen ist okay. Aber zwei Wochen sind zu lange. Da ist das Problem dann gravierender.

Nun denn. Alles wird gut, gehen wir es an.

Freitag, 5. Februar 2016

Happy Birthday

Das erste Mal... Dass ich bei FB die Einstellung so hinbekommen habe, dass die Außenwelt wirklich nicht mitbekommt, dass ich Geburtstag habe. Mein Datum habe ich schon seit Jahren ausgeblendet, aber bislang hatte ich verplant, meine Chronik dicht zu machen. Und wenn dir erst mal einer was in die Chronik klatscht, dann zieht der Rest nach.

Es sind nicht viele Menschen, die auch ohne FB an mich denken. Bislang eigentlich nur Familie. Und mein neuer Chef. Und Jörn natürlich. Jens wird das nicht wissen. Er merkt sich so was nicht. Er ist ein Egoist und merkt sich nur seinen eigenen Kram. Das macht er aber mit allen so. Johannes... Er ist nicht so. Er kann sich wichtige Daten sehr gut merken. Wichtige Daten von wichtigen Menschen. Der Grund, warum er mich heute vergessen wird. You know what I mean.

Ich weiß, wann Jens Geburtstag hat und ich weiß natürlich auch, wann Johannes Geburtstag hat. Und ich kenne nicht viele Geburtsdaten. Auch ich bin darin sehr schlecht.

Tja. Das Risiko besteht halt, wenn man FB so einstellt. Danach weißte Bescheid. Bekommste deine Bestätigungen.

Aber... Dafür hab ich jetzt wieder einen guten Chef. Der mich nahezu lobt. Erst vorhin hat er wieder geschrieben, dass er stolz auf mich ist. Ihr glaubt gar nicht, zu was ich fähig sein kann, wenn da jemand ist, der an mich glaubt. Gab es noch nicht so oft in meinem Leben. Tut gut. Sollte jeder haben. Immer. Okay, zumindest oft. Ich weiß, dass ich nicht der beste Schreiber dieser Welt bin. Da würde er sicherlich bessere finden. Er würdeUnd auch Leute finden, die sich so viel besser mit dem Verein auskennen als ich. Die so viel mehr Hintergrundwissen haben. Und trotzdem vertraut er ausgerechnet mir. Keinen tausend anderen Leuten. Da gibt es im Moment nur eine Person, die er all das anvertraut und zutraut. Und das bin ich. Was soll man da sagen außer Danke? Ich werde mein Bestes geben, das verspreche ich. Und hoffe, dass es reicht...

So, aufräumen, duschen, Zeitungen verteilen... Jörn sehe ich wahrscheinlich erst beim Fußball heute Abend. Bis morgen Mittag, dann geht er Karneval feiern.

Und eigentlich bin ich ziemlich müde und ausgelaugt. Fast schon depressiv. Ich glaube, ich bleibe heute nicht bis zum Schluss im Stadion. Wollte ich beim letzten Spiel schon nicht. Das Problem ist aber, dass man gar nicht so leicht aus dem Stadion kommt während dem Spiel. Die Türen sind ja nicht offen. Also muss man erst nen Ordner bitten... Und das hat nichts mit irgendwelchen Leistungen auf dem Platz zu tun. Ich fühle mich da einfach plötzlich nicht mehr wohl. Mir ist alles zuviel und ich will nach Hause. So war es damals auch... Kurz bevor ich auf der Geschlossenen gelandet bin...

Naja... Happy Birthday

Donnerstag, 4. Februar 2016

Dankbar

So ganz lässt es mich nicht los, dass er sich dafür bedankt hat, dass ich für ihn da bin...

Dafür ist er dankbar? Dass ich ihm ein mal im Monat einen Trauerspruch schicke? Das ist für mich so nichts. Nichts im Vergleich dazu, was wir mal hatten. Das hat doch nichts mit der Nähe und Vertrautheit von einst zu tun. Zumindest für mich nicht. Meine Güte, es ist seit über fünf Jahren kein einziger Tag vergangen, an dem ich nicht an ihn gedacht habe. Gut, es gibt jetzt einen Tag im Monat, an dem ich ihm zeigen darf, dass ich an ihn denke. Dem Todestag seiner Nichte. Absurd...

Nach wie vor ist es so, dass ich nicht darüber nachdenken darf, dass ihm damals nichts bedeutet habe. Es gelingt mir ganz gut, es wegzuschieben. Lasse ich es auch nur zwei Sekunden zu - so wie jetzt - dann fange ich an zu heulen. Dieses "war doch nur virtuell und halt nicht ganz real"... Ja, das tut auch nach über fünf Jahren höllisch weh. Dass einfach nichts davon von Bedeutung war. Für ihn nicht.

Kommenden Freitag vor fünf Jahren haben wir uns dann das erste Mal auch real gesehen. Ich war so aufgeregt... Diese blauen Augen... Er hatte so unfassbar schöne, blaue Augen. So gutmütig. Heute fallen sie mir nicht mehr auf... Wir hatten uns immer wieder in die Augen gesehen, immer wieder umarmt, er hatte immer wieder gefragt, ob es mir gut geht. Inmitten von diesen Fußballchaoten. Damals habe ich noch Alkohol getrunken. Wir wollten uns eigentlich in der Halbzeit noch mal treffen. Aber ich war so besoffen. Ich wusste nicht wohin und hab ihn nicht mehr gefunden. Letztendlich war ich nicht an dem verabredeten Ort. Ich hab nie erfahren, ob er da war. Ich hab hinterher von Bekannten gehört, dass auch er total betrunken war. Gut, das ist bei ihm keine Seltenheit. Was wäre gewesen, hätten wir uns in dieser Halbzeit getroffen? Beide total besoffen? Wäre er auch über Nacht geblieben? Keine Ahnung... Ich hätte ihn natürlich mitgenommen. Nicht um zu vögeln. Nicht vorrangig. Einfach, um ihn bei mir zu haben. Egal, was wir getan hätten.

Vielleicht sehen wir uns kommenden Freitag wieder. Die Möglichkeit besteht. Aber falls wir uns sehen... Wird er sich daran erinnern, was vor fünf Jahren war? Ich hatte ihm dann mitten in der Nacht in meinem Suff die ein oder andere SMS geschickt. Whatsapp gab es damals noch nicht. Dass ich ihn so sehr vermisse und dass er mir so sehr fehlt. Er hatte sich zwei Tage später gemeldet. Dass er doch alles wisse, was ich ihm geschrieben habe...

Er hatte mich an dem Tag übrigens lange zappeln lassen. Ich wusste lange nicht, ob wir uns sehen werden. Irgendwann schrieb er mir dann, dass er in ner halben Stunde da ist und wir uns dann treffen könnten. Ich war zu dem Zeitpunkt schon betrunken. Zu viele Kopfschmerztabletten, zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol.

Ich hab in zwei Wochen nen Termin beim Psychiater. Ich muss was machen wegen der Rentenversicherung. Auch für mich. Aber da hilft mir kein Psychiater. Aber es ist schwer, einen Psychologen zu finden. Egal. Ich werde bei dem Psychiater auch immer nur von Johannes erzählen. Dann wird er der Rentenversicherung schon bescheinigen, dass ich nicht mehr alle Latten am Zaun habe...

Auch an diesem Tag hatte ich übrigens auch Jens das erste Mal real gesehen. Wieso kann es mit Johannes nicht so sein wie mit Jens? Was hab ich denn da anders gemacht? Jens und ich hatten auch Monate lang keinen Kontakt - genauso wie Johannes und ich. Bei Jens hat es geholfen. Aber bei Johannes? Es ist so scheißegal, wie viel Kontakt wir haben oder nicht. Es ändert sich einfach nichts. Gar nichts. Jens und ich arbeiten demnächst in einer 3er-Unternehmung zusammen. DREI Leute! Keine tausend Mitarbeiter. Er hat mich da rein gebracht. Er hat mich vorgeschlagen. Das ist genau das, was ich meine. Bei ihm deckt sich das einfach alles. Als er damals sagte, dass ich ihm wichtig bin, stimmt mit dem heute überein. Dass er mich damals vor allem meinetwegen von sich stoß, ebenfalls. Das macht einfach alles Sinn. Und bei Johannes macht überhaupt gar nichts Sinn. Seine Taten passen nicht zu seinen Worten. Jens und ich haben privat auch kaum noch was miteinander zu tun. Schreiben so gut wie nie, schon gar nichts Privates... Und dennoch... Er fehlt mir einfach nicht so wie Johannes. Zwischen Johannes und mir wird es halt auch nie wieder so sein wie es damals war. Wir werden nie wieder so miteinander umgehen. Jens und ich auch nicht. Aber da ist es okay. Ach, was weiß denn ich.

Was mich halt auch extrem belastet, ist die Krankheit meiner Mutter/meiner Eltern. Ich komme damit nur schwer klar. Dass sie so alt sind und kaum noch was können. Mit der Gewissheit, dass ich so viele Dinge mit ihnen nicht mehr erleben werde, weil sie es nicht mehr können. Auch da verstehe ich nicht, warum mir das plötzlich so das Genick bricht. Ich hatte doch nie so ein richtig gutes Verhältnis zu ihnen, schon gar nicht zu meiner Mutter. Aber dieser Zustand gerade... Auch darüber darf ich nicht nachdenken.

Da ist es ganz gut, dass ich nahezu einen Fulltime-Job mittlerweile mit meinem Fußballkram habe. Aber das ist gut. Ich muss keine schwierigen Dinge machen. Habe keinen Druck. Ehrlich... Müsste ich den ganzen Tag alleine irgendwelche Schrauben sortieren, dann könnte ich vermutlich selbst das. Ich ertrage nur keine Menschen und irgendwelche Geräusche und sonstige Stressfaktoren dabei. Und bei dem was ich jetzt mache... Ich wühle mich den ganzen Tag durchs Netz und fasse diverse Dinge zusammen. Da gibt es kein richig und kein falsch. Ich kann weder zu viel noch zu wenig finden. Und dann muss ich es nur schaffen, zwei fehlerfreie Sätze zu schreiben. Was auch nicht immer klappt, je nach Tagesform und Konzentrationsvermögen. Und ich kann zwischendurch immer mal was anderes machen, weil es keine festen Arbeitszeiten gibt. Und dennoch... Das ist ein ziemlich großes Magazin. Das ist auch ziemlich viel wert, würde man es verkaufen. Ich hab jetzt sämtliche Passwörter und Zugänge, bin für diverse Inhalte selbstständig verantwortlich... Das ist schon ne große Nummer für mich. Ich weiß, dass ich nicht der größte Schreiber auf dieser Erde bin, das weiß vermutlich auch mein Chef. Aber ich bin fleißig und zuverlässig. Und brauche halt nur gewisse Arbeitsbedingungen um zu funktionieren. Und das ist Ruhe und Vertrauen. Und beides bekomme ich. Wo gibt es das denn heute noch? Ich hab keinen Leistungsdruck. Im Gegenteil. Ich werde sogar hin und wieder gelobt.

Jörn... Wir sehen uns kaum noch. Unter der Woche eigentlich gar nicht mehr, weil er beruflich immer unterwegs ist. Am Wochenende ist immer Fußball, bei ihm kommt jetzt auch noch Karneval dazu. Also sehen wir uns da auch kaum. Und was das Schlimmste ist... Ich vermisse ihn nicht so wirklich. Es ist okay für mich. Müsste ich ihn nicht vermissen? Wir sind nächste Woche zwei Jahre zusammen... Andere wohnen da schon längst zusammen. Heiraten, bekommen Kinder. Wir werden bald auch am Wochenende noch weniger miteinander zu tun haben. Weil ich ja dann beim Fußball auch woanders bin und dann gegebenenfalls noch irgendwelche Interviews machen und Berichte tippen muss. Hmm. Wenn ich all das mit Johannes damals vergleiche... Das kann man überhaupt nicht vergleichen. Nicht mal im Ansatz. Jörn ist ziemlich gut zu mir. Tut ziemlich viel für mich. Ja. Punkt. Wohin haben mich denn die Gefühle für Johannes gebracht? Dann doch lieber so. Aber wisst ihr noch was? Ich hab keine Ahnung, wann wir zuletzt Sex hatten. Das ist Monate her. Und auch das vermisse ich in keinster Weise. Im Gegenteil, ich bin froh. Wir küssen uns noch nicht mal mehr mit Zunge. Läuft bei uns... Manchmal denke ich, wir sind einfach Freunde. Sehen uns hin und wieder am Wochenende. Ich mache nicht Schluss. Natürlich nicht. Wenn ich auf so was wie damals bei Johannes warte, dann warte ich bis an mein Lebensende. Ich denke, so was erlebt man nur ein einziges Mal. Ist ja vermutlich auch besser so. Noch mal würde ich diesen Schmerz nicht überleben. Aber dann wieder denke ich auch an meine Eltern. Wie oft hatte ich ihnen grade als Kind den stillen Vorwurf gemacht, dass sie nur aus Gewohnheit noch zusammen sind. Oder was noch viel schlimmer war: Nur wegen uns Kindern. So eine Beziehung wollte ich nie führen. Egal, wie ich es drehe und wende. Jörn ist einfach ein Guter. Er tut mehr für mich, als es sonst jemals jemand getan hat. So was gibt man auch nicht auf. Dann doch eher die Idioten, denen man eh nie was bedeutet hat :-( . Die hätten es zumindest verdient. Oder auch nicht. Wahrscheinlich ist es so die größere Strafe für sie...

Naja, es ist schon spät. Um 8 Uhr möchte ich wieder am Rechner sitzen. Und wenn ich dabei keine FB-Spiele zocke, dann klappt es auch mit der Konzentration ein wenig länger und besser.


Montag, 25. Januar 2016

Hui

Ich werde jetzt also nun Karriere machen. Bekomme plötzlich ein wenig Geld für meine ehrenamtliche Schreiber-Tätigkeit. Bekomme auch sonst noch ein paar Goodies, auf die ich jetzt gar nicht weiter eingehen möchte. Weil die im Endeffekt zwar sehr schön sind, aber dennoch eher unwichtig.
Wisst ihr, was viel, viel wichtiger ist? Dass da plötzlich wieder jemand ist, der an mich glaubt und mir in der Tat Dinge zutraut, die ich mir selbst nie im Leben zugetraut hätte. Und das Krasse daran ist ja, dass ich dann in der Tat plötzlich in der Lage bin, Dinge zu leisten, die mich ansonsten komplett überfordern.
So war es damals bei meiner Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten auch. Ich konnte damals nichts, war psychisch am Ende. Ja, eigentlich ging zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben wenig bis gar nichts. Und dann war da während diesem Praktikum plötzlich dieser Anwalt, der mir aus heiterem Himmel plötzlich so viel zutraute. Der daran glaubte, dass ich auch in der normalen Welt klar kommen würde. Und ich hab ihn nie enttäuscht. Habe gut und zuverlässig gearbeitet und meine Ausbildung einigermaßen ordentlich abgeschlossen. Ich hatte immer nen sehr guten Notenschnitt, nur die Abschlussprüfung hatte ich verkackt. Wie ich es immer verkacke, wenn ich kurz vor dem Ziel bin.

Und so ist es jetzt plötzlich auch. Es gibt hin und wieder Momente, da denke ich: "Scheiße, nichts wie weg hier, ich kann das doch gar nicht." Aber irgendwie... Noch mache ich das ja nicht. Also noch nichts Neues und Weltbewegendes. Wobei ich schon für meinen jetzigen Kram ordentlich belohnt werden soll in Zukunft. Egal. Aber durch das, dass dieser Typ daran glaubt, dass ich das kann bin ich zumindest dazu bereit, es auszuprobieren. Und wisst ihr was? So Menschen, die das was du tust zu schätzen wissen, das sind die tollsten überhaupt. Die nicht alles für selbstverständlich nehmen, die dankbar sind. Ich habe nichts gefordert oder irgendetwas verlangt, ich habe einfach mein Ding gemacht. Dass ich plötzlich dafür belohnt werde, das ist nicht auf meinen Mist gewachsen. Ja, das ist irgendwie gut. Und bei solchen Menschen bin ich dann wirklich selbst sehr zuverlässig und gewissenhaft. Ich werde in diesem Jahr eine Reise antreten, um meiner Fußballmannschaft zu folgen, die ich mir ansonsten niemals leisten hätte können. Klar muss ich vor Ort dann auch "arbeiten". Ich darf Interviews mit den Jungs führen, die ich liebe und darüber berichten. Sehr geil.

So, jetzt kommen wir noch zu einem wirklich krassen Traum. Den hatte ich bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, aber er beschäftigt mich immer noch. Ich war im Trainingslager. Jörn war da und auch ganz viele Leute, die ich sonst so kenne. Aber irgendwie wollte niemand was mit mir zu tun haben. Sie führten ständig irgendwelche Besprechungen, saßen um einen Tisch, nur ich durfte nicht dabei sein, weil alles so geheim war. Und dann war ich ständig auf der Suche nach einem Schlafplatz, aber ich kam nirgendwo unter. Niemand wollte mich haben. Ich irrte dann alleine durch die Stadt. Ohne Ziel und Sinn. Ich kann noch nicht mal wirklich sagen, dass ich mich schlecht gefühlt hätte... Ich war einfach nur alleine. Und ausgerechnet dann tauchte Johannes auf. Schrieb mir und war bei mir. In dieser Situation...
Und obwohl es ein Traum war wusste ich, dass ich jetzt nicht darauf antworten darf. Dass es damals genauso war. Dass ich damals auch so schrecklich alleine und verlassen war. Ich wusste, dass ich ihn jetzt in dieser Situation nicht noch einmal an mich ran lassen durfte. Dass es viel zu gefährlich ist. Dass es besser ist, mich alleine durchzuschlagen, als mich noch mal an seine Nähe zu gewöhnen.

Tja... Das war der Traum. Und dann kommt heute plötzlich eine Nachricht von ihm. Ich schätze, er hat mir bestimmt seit fünf Jahren nicht mehr von sich aus geschrieben. Hat sich bei mir bedankt. Dafür, dass ich in den letzten Monaten für ihn da war... Das Komische ist, dass ich mir ja vorgenommen hatte, ihm nur noch zum Todestag seiner Nichte kurz zu schreiben. Noch nicht mal Worte, einfach nur ein Bild des Trostes. Auch da hatte ich kurzzeitig abgewogen, ob ich auch das lassen soll. Aber ich denke an diesem Tag nun mal daran. Klar müsste er das nicht wissen. Aber als Frau Dr. Brenner damals tot war und mir die 28 so wichtig wurde und mir jeder verdammte 28. des Monats so bedeutungsvoll erschien, war es für mich total abartig, dass für jeden Anderen der 28. so ein belangloser Tag ist. Ja, ich hätte es auch schön gefunden, wenn jemand an diesem Tag auch an mich bzw. Frau Dr. Brenner gedacht hätte. Naja. Wer weiß manchmal schon was richtig und was falsch ist. Für ihn, für mich... Keine Ahnung. Aber seitdem ist es für mich auch irgendwie besser und leichter. Ich weiß, dass ich an diesem Tag Kontakt zu ihm aufnehme. Die anderen Tage muss ich mich nicht weiter mit ihm beschäftigen. Schon gar nicht so negativ.

Außerdem mache ich ja jetzt eh Karriere ;-) . Oh Gott... Aber das Gute ist, eine meiner neuen Tätigkeit besteht nicht wirklich aus etwas, wobei ich viel denken und mich konzentrieren muss. Das schaffe ich also. Auch an den Tagen, an denen mir alles so entsetzlich schwer fällt.

Ja, nicht schlecht.

Dienstag, 19. Januar 2016

Hätte, wäre, wenn...

Ich bin wieder zurück von meinen Eltern. Diese Familie ist einfach nicht normal. Eigentlich hätte ich mir den Besuch auch sparen können. Ach, egal. Ich hab meinen Willen gezeigt. Aber ein Familienleben in dieser Familie... Keine Ahnung, vielleicht habe ich da auch andere Vorstellungen von. Wenn ich mir dann aber auch Jörns Familienverhalten so angucke... Da liegen Welten dazwischen. Wenn mein Dad im Wohnzimmer ist, dann läuft der TV. Und das ist von morgens nach dem Aufstehen bis abends, wenn es wieder ins Bett geht, dann darf sich niemand im Wohnzimmer unterhalten. Das Ding ist, meine Eltern haben nur so eine kleine Wohnung. Eine mini Küche ohne Sitzgelegenheit und halt zwei Schlafzimmer. Joar. Außerdem hat meine Mutter bestimmt 18 Stunden am Tag geschlafen. Also saß ich schweigend mit meinem Dad im Wohnzimmer und habe alte Western angeguckt. Ja, es war langweilig und wenig unterhaltsam. Und immer wieder erschreckend zu sehen, wie alt sie beide geworden sind und werden. Wie sie immer weniger können. Und wie respektlos sie miteinander umgehen. Wenn sie nicht grade schweigen. Ich hoffe, dass ich niemals so werde...

Und dann denke ich doch immer wieder mal an Johannes. Grade heute auf dem Weg "nach Hause". Wäre ich damals zu ihm gefahren, dann wäre das in etwa dieselbe Strecke gewesen. Ich denke an seine Worte von einst... Als ich sie letzte Woche noch mal gelesen habe... Ich würde ihm all diese Worte heute wieder glauben. Also nicht ihm. Ihm würde ich so was nicht mehr glauben. Würde er mir diese Worte heute zum ersten Mal in meinem Leben sagen... Ich würde sie glauben. Würde mir heute jemand diese Worte sagen, dann würde ich wieder glauben, dass ich wichtig und wertvoll bin. Wie kann man nur solche Worte benutzen und solche Dinge sagen, wenn sie überhaupt nicht wahr sind? Wenn einem der Empfänger dieser Worte überhaupt nichts bedeutet?

Ich bin nicht doof. Also nicht immer. Manchmal habe ich auch lichte Momente... Wenn ich dann darüber nachdenke, ob die Worte damals ja vielleicht sogar wahr waren... Nein, das waren sie nicht. Wären sie wahr gewesen, dann hätte er mich nicht einfach alleine gelassen. Man lässt nicht einfach jemanden alleine, der einem was bedeutet. Das tut man nicht. Deswegen können die Worte einfach nicht wahr gewesen sein.

Sollte mir jemals wieder irgendjemand solche Worte sagen, dann werde ich ihm direkt in die Fresse hauen. Das schwöre ich...

Mittwoch, 13. Januar 2016

Vor fünf Jahren...

  Und wenn ich es heute, fünf Jahre später wieder lese, dann heule ich immer noch. Er hat mich einfach alleine gelassen. Aus heiterem Himmel. Ich wollte ihn nie verlieren, ich dachte, er bleibt... Und das Schlimmste ist... Ich hab ihm einfach nie etwas bedeutet.

Er ist einfach gegangen... :-(

 

Tja, da bin ich also wieder (12.15 Uhr)



Ich werde nicht zu Johannes fahren. Ich darf nicht. Von ihm aus. Er hat mir heute Morgen geschrieben. Er hätte sich die ganze Nacht Gedanken gemacht. Wir sollten das Ganz stoppen. Es hätte langfristig gesehen keinen Sinn mit uns...

Ich bin so unendlich traurig. Wirklich traurig. Kann mich noch nicht mal über meine Naivität aufregen. Noch nicht.
Im Moment bin ich einfach nur so traurig. Das Dumme ist, dass es grade mal 12 Uhr ist und noch den ganzen Tag arbeiten muss.

Ich will heulen grade. Einfach nur heulen. Aber ich kann hier ja nicht plötzlich losheulen. Und jetzt hab ich noch nicht mal ne Mittagspause. Muss nämlich nachher noch diesem Arsch die Kündigung in den Briefkasten werfen.

Johannes kann mir keinen konkreten Grund nennen. Es würde langfristig einfach keinen Sinn machen. Diese Distanz. Es ginge auch alles viel zu schnell.
Er wollte doch, dass ich komme. Nicht ich. Er wollte auch unbedingt, dass ich dieses Wochenende komme, nicht ich.
Aber jetzt will er mich nicht mehr sehen. Doch irgendwann, in naher Zukunft. Er will mich nicht verlieren, bla, bla, bla. Das Gelaber kenn ich doch.

Tja, danke für ein paar Tage Glück!

Naja, jetzt bin ich wohl wieder zu Hause. Im Tal der Tränen. Im Tal des Unglücks... War ein schöner Ausflug.

War ein schönes Gefühl, gedacht zu haben, den Deckel gefunden zu haben. Naja, egal. Bleibt alles beim Alten. Ich bin jemand, der nicht geliebt werden kann. Ist doch nichts Neues. Also kein Grund zu heulen.

Ich hab geschrieben, dass ich trotzdem hochfahre, ob er wenigstens Zeit für nen Kaffee hat, ich würde danach auch wieder nach Hause fahren. Er hat gemeint, dass ich aufhören soll, ich würde grade alles kaputt machen...
Ja, er hat ja Recht.

Scheiße.

Es tut so weh.





großes, tapferes Mädchen (18.02 Uhr)

war ich zumindest. Ich hab den ganzen tag so tapfer durchgehalten.aber schon auf dem heimweg liefen die tränen. Es tut so weh. Aber ich will mir keine vorwürfe machen. Nicht so wie sonst. Aber ich war einfach so dumm und naiv. Ich hätte einfach abhauen sollen. Die bremse reinhauen sollen. Aber wenn ich das jedes mal mache wird es doch auch nix. Aber so auch nicht. Und mit ner vollbremsung erspare ich mir wenigstens die schmerzen. Ich bin sofort ins bett. Will noch nicht mal meinen laptop. Aua. Er schreibt mir überhaupt nicht mehr. Hat heut mittag ne andere schnuffel genannt. Öffentlich im internet. Ich bin ihm scheißegal. Gestern hat er mich noch ermutigt.hat gesagt, dass ich nicht abhauen soll, dass ich bleiben soll. Tja. Ich bin geblieben und wo ist er? Nichts kommt von ihm. Er lässt mich jetzt auch einfach links liegen. Ist ihm doch scheißegal wie es mir geht.




Es tut so weh, aber er ist da (22.08 Uhr)



Wenigstens lässt mich der Arsch mit dem ganzen Scheiß nicht alleine. Gut, ich hab es nicht mehr ausgehalten und hab ihmn ne SMS geschrieben. Ob ich wenigstens noch einen Gute-Nacht-Gruß bekomme. Seine Antwort: "Wenn du jetzt schon schlafen gehst, dann ja :) ... Schlaf gut und vergiss nicht, dass ich dir nicht weh tun wollte & ich dich nach wie vor sehr lieb habe!" Ich hab dann irgendwie geschrieben, dass es schwer ist, etwas zu akzeptieren, was man nicht versteht. Und hab ihn gefragt, ob es ihm dann nicht scheißegal ist, wie es mir grade geht. "Natürlich nicht!!! Und ich hoffe, dass du dir das Ganze nicht zu sehr zu Herzen nimmst... Ist leichter geschrieben als getan, aber versuch es bitte!!!" Achso nee, daraufhin hatte ich erst das mit dem Akzeptieren geschrieben... Und dass ich dachte, dass er genauso glücklich war wie ich. "War ich!!! Und ich bin heute genauso wie du nicht glücklich :-( Geh jetzt ins Bett aber ruhig schlafen werde ich auch nicht... Gute Nacht." Hab dann geschrieben, dass Strafe sein muss. Und dass wir in ein paar Tagen einfach nochmal in Ruhe reden sollen, aber dass ich bis dahin einfach das Gefühl brauche, dass ich ihm nicht scheißegal bin. "Eins sei nochmal klar gestellt: Du wirst mir hoffentlich niemals scheißegal sein!!! Fühl dich gedrückt".

Ich hab jetzt echt fünf Stunden lang geheult. Dabei dieses Lied gehört. Aber das war das Limit. Morgen wird nicht mehr gelitten. Morgen hab ich wieder gute Laune und mir wird es nicht mehr schlecht gehen. Wie das gehen soll weiß ich auch noch nicht.

Ich verstehe es einfach nicht. Was ist denn nur passiert? Morgen um die Zeit sollte ich bei ihm sein.

Natürlich muss man ihm zugute halten, dass er mich nicht kommen lassen hat, wir nicht gevögelt haben und er mich dann nächste Woche abserviert hat. Aber er hat mir noch nicht mal ne Chance gegeben.

Ich finde, irgendne gescheite Erklärung wäre mehr als fair. Keine Zeit. Das hat der Türkenarsch schon immer gesagt. Meine Fresse ihr Vollidioten echt, wo habt ihr denn eure Ausreden her? Gibts die bei Aldi im Zehnerpack?

Ich weiß, ich wollte nicht die Schuld bei mir suchen. Aber was ist, wenn ich bei dem Telefonat gestern doch total verkackt habe?

Ich muss diesen verfickten Grund rausfinden. Vielleicht lag es ja doch auch an dem J. Doch mal einen Egon, Emil oder wie auch immer ausprobieren. F... Hatte ich F schon? Nee, auch noch nicht. Glaube ich. Nee, war noch nicht dabei. Also Florian, Felix oder wie auch immer, komm her. G... Gerhard hatte ich schon. H Nee, Hugo war auch nicht dabei. I ... mir fällt gar kein Männername mit I ein grade... War also auch noch nicht dabei.

Gut, was heißt, dass noch genügend übrig bleiben...

So, geh jetzt schlafen. Wenn man das schlafen nennen kann. Aber vor lauter Heulen habe ich ganz müde Augen.

Hab heute den ganzen Tag noch nichts gegessen. Werde ich jetzt auch nicht mehr.

Bin soooooooooooooooo traurig.

Gute Nacht.






Ganz klar, warum bin ich denn da nicht von alleine drauf gekommen? (22.52 Uhr)



Ich bin ja echt ein Volldepp!

Hab mich grade mit Jens unterhalten. Von dem hab ich schon mal was erzählt... Das ist auch ein Psycho. Und der kennt Johannes. Also richtig privat. Und ja, ich musste einfach mit jemandem reden, der ihn kennt. Es ging jetzt nicht anders.

Und als ich ihn nach dem großen Warum gefragt habe, hat er nur gemeint, ob ich schon mal was von "Angst vor Nähe" gehört habe. Ich? Nö, kenne ich gar nicht. Überhaupt nicht.

Hab jetzt nochmal ein bisschen recherchiert. Klar, das ist es. Ich bin so dumm. Wieso bin ich denn da nich von alleine drauf gekommen?

Er will, kann aber nicht.

So, wie bringe ich ihn jetzt aber dazu zu können.

Ich muss jetzt echt aufpassen, was ich mache. Ich darf ihn nicht zu sehr bedrängen. Aber ich darf mich glaube ich auch nicht überhaupt nicht melden, sonst denkt der, "war ja klar, dass die mich nicht will". Und dass ich jetzt am Wochenende komme, war ihm dann doch plötzlich zuviel. Obwohl er es gestern noch wollte. Also vermutlich will er es auch. Aber er kann halt nicht.

Als ich ihm heute geschrieben habe, dass ich doch eh früher oder später mal da hochziehen möchte, hat er geantwortet: "Schnuffel... Ich sage doch nicht, dass ich es wegschmeiße und schon gar nicht, dass ich dich nicht sehen will. Wir werden uns bald treffen!!! Aber nicht gleich ein ganzes Wochenende. Aber vor allem geht das innerhalb von nicht mal 14 Tagen ein wenig zu fix. Thema hier zu mir hoch ziehen z. B. Könnte ich das??? Weiß nicht"

Oh man, wenn ich das jetzt nochmal so lese, dann klingt das doch alles gar nicht so negativ, oder?

Hab ich das jetzt alles falsch verstanden?

Oh man, und ich hab immer voll blöd geantwortet. Das war seine erste SMS heute Morgen:

"Love sucks!!! Hey Schnuffelchen... Das wünsche ich dir auch!!! Liege seit 4h wach. Mache mir Gedanken, ob dein Besuch bei mir wirklich so ne gute Idee wäre??? Denn wenn man sich das alles mal genau überlegt, ist es aufgrund der Entfernung vor allem des Zeitfaktors bei MIR schlichtweg Utopie zu glauben, dass sich daraus mehr als die jetzige, sehr innige & sehr schöne Beziehung zwischen uns beiden entwickelt :(..
Wie siehst du das??? Und sei ehrlich!!!
Hab dich lieb, und das ist nicht nur so daher gesagt,
Hoffe, das weißt du!!!
Würde dich jetzt gern in den Arm nehmen und dich trösten. Alles wieder Mist, wie immer bei mir...
Love sucks!!!
Grüße "

Ich bin so dumm. Jetzt ganz im Ernst. Ich heule grade auch nicht. Aber ich hab echt nur noch rot gesehen. Und dachte, scheiße, der will mich nicht. Hab das gar nicht in Ruhe gelesen alles. War eh nur noch alles negativ.

Okay, aber noch ist Polen nicht verloren. Ich muss mich jetzt nur richtig verhalten. Wenn ich jetzt noch wüsste, was richtig ist, dann wäre alles toll. Scheiße, was ist richtig?

Was mache ich denn nur? Gar nichts. Ich mach jetzt einfach gar nichts. Heute eh nicht mehr. Scheiße, schon wieder so spät.

Egal. Das ist jetzt wichtiger. Ich möchte mal eben anmerken, dass der Türkenarsch auch grade online ist und es mich überhaupt nicht interessiert! So!

Okay, ich schreibe ihm morgen Früh nicht. Nein, das schaffe ich! Jawohl! Morgen Abend? Nur kurz. Irgendwas. Also nichts von wegen: "Tja, ich könnte jetzt bei dir sein". Natürlich nicht. Ich bin ja nicht ganz doof. Nee, aber der geht morgen Abend mit seinem Patenkind essen. Da kann ich doch völlig unverbindlich "viel Spaß, lass es dir schmecken" schreiben. Oder so. Ja genau, der geht nämlich zu einem "Mongolen", das erste Mal in seinem Leben. Ich schreibe einfach "wünsch dir nen schönen abend, lass es dir schmecken, ich hoffe, du wirst nicht vergiftet" oder sowas. Ja, die Richtung ist nicht schlecht. Ja, sehr gut, das mach ich.

Gut, am Samstag spielt ..... Er ist auch zu Hause und nicht im Stadion. Da steht das Thema schon fest.

Und vielleicht bekommt er am Sonntag auch mal nen Tag Ruhe. Mal schauen.

So, jetzt geh ich nur noch halb so traurig und dafür doppelt so erleichtert ins Bett.

Gute Nacht ;-)

Dienstag, 12. Januar 2016

Absurd...

Erst mal: Ich bin in meinem "Schreib-Job" befördert worden. Ja, sie sind sehr zufrieden mit mir. Tut auch mal gut.

Ich führe noch mehr Interviews mit noch mehr Fußballspielern. Knüpfe noch mehr Kontakte und lerne noch mehr von ihnen kennen. Schüttle immer noch mehr Hände.

So. Jetzt aber zu der absurden Situation. Ein Fan liegt mit Krebs im Sterben. Schlimme Geschichte. Man hat mich gefragt, ob ich nicht den ein oder anderen Spieler aktivieren und ins Krankenhaus fahren kann.
Jetzt fahre ich mit drei ehemligen Fußballprofis von meinem Verein am Donnerstag in ein Hospiz um jemanden der im Sterben liegt zu besuchen, den ich noch nicht mal kenne.

Eine Situation, die mich sehr anstrengt. Meine Mutter kackt wegen dieser Krankheit grade selbst ab. Und dann... Hätte mir vor wenigen Wochen jemand gesagt, dass ich mit drei Fußballern ganz alleine irgendwo hinfahre, dann hätte ich die Person für verrückt erklärt. Ja, das ist echt heftig. Und im Grunde genommen viel zu viel für mich.

Aber hätte ich die letzten Monate keine gute Arbeit gemacht, dann hätte ich jetzt überhaupt nicht die Möglichkeit gehabt, überhaupt irgendwelche Fußballer mit ins Boot zu holen. Ich war immer nur so ein kleiner dummer Fan, der eh nix zu melden hatte. Zu melden habe ich in dieser Fanszene immer noch nichts. Dafür gibt es die ganzen Ultraszenen mit ihrem dämlichen Machtgehabe. Der Rest sind nur Statisten. Ist so.
Ich konzentriere mich jetzt nicht mehr auf mein Fan-Sein. Ich hab mittlerweile seit fast 3 Jahren kein einziges Pflichtspiel mehr verpasst, habe sie alle im Stadion live gesehen und das ist ne ganze Menge. Sooooooooo ein schlechter Fan kann ich also gar nicht sein.
Aber ich konzentriere mich jetzt mehr darauf, dieses Fußball-Zeugs auch als Job zu sehen. Mich von der Fanszene zu distanzieren und mich mehr auf den Sport zu konzentrieren.

Da läuft so vieles nicht fair ab in diesem Verein. Ich wünschte, ich hätte so vieles davon nie erfahren. Ich bin von vielem was um diesen Verein herum passiert kein Fan mehr. Ich sage nicht, dass ich es besser könnte. Dass ich das geschafft hätte, was sowohl die Ultras als auch die Leute drum herum geschafft haben. Aber wenn man manche Mittel und Wege dazu braucht, um das zu schaffen... Nein, dann wäre es nicht mein Ziel gewesen.
Deswegen konzentriere ich mich einfach auf meine Interviews und Berichte. Die müssen objektiv und ohne eigene Meinung sein. Und das kann ich komischerweise. Müsste ich objektiv über die Fanszene berichten, wäre ich im Arsch. Könnte ich nicht.

Hmm.

Wegen Johannes gehts mal schlechter und mal besser. Ich kenne eine, die dieses Johannes-Gefühlsdings angeblich recht gut nachvollziehen kann, sie hat so was ähnliches erlebt. Sagt sie zumindest. Und sie kann auch nicht die Frage zur Seite schieben: "Habe ich ihm jemals was bedeutet?" Und als sie wegen dieser Frage so verzweifelt war, hätte ich ihr fast geraten: "Wenn du damals gefühlt hast, dass du ihm wichtig warst, dann war das ganz bestimmt auch so". Dann aber fiel mir ein, dass das ja auch auf mich zutreffen würde... Bzw. auf Johannes. Aber er hatte ja bereits gesagt, dass ich ihm nichts bedeutet habe. Ihm nicht so viel bedeutet habe, wie er mir. Dass es nur virtuell war und halt nicht ganz real. So was halt.
Worüber ich manchmal mittlerweile auch nachdenke. Wenn wir heute schreiben... Wir sind nicht mehr so wie damals zueinander. Unser Kontakt ist ein ganz anderer. Wir hatten uns so viele Fragen gestellt, wollten so viel übereinander wissen. Heute ist alles anders. Wir waren so lieb und sanft zueinander. Sagten uns, dass wir uns wichtig sind und dass wir aneinander denken. Nichts davon ist mehr da.
Und heute fühle ich ja wirklich nicht mehr, dass ich ihm wichtig bin. Wenn er damals so anders war als heute... Vielleicht hat es damals ja doch gestimmt?
Es war ne schöne Zeit damals. Heute vor fünf Jahren war ich so verdammt glücklich. Wir hatten beschlossen, dass ich ihn übers Wochenende besuchen komme. Tja... Morgen vor fünf Jahren war es dann vorbei. Aus heiterem Himmel. Nach einer Nacht, in der ich einfach nur geschlafen und mich auf ihn gefreut hatte.
Kein Ding... War ja nur virtuell und halt nicht ganz real.