Freitag, 27. März 2015

Ich wollte einen Kracher...

... ich hab ihn bekommen. Mein letzter Bericht kam sehr gut an. Viel Lob, viele gefällt mir, danke dafür.

Aber doch auch nur irgendwie die Bestätigung dafür, dass du bei manchen Spielen schreiben kannst, was du willst. Wenn du ein außergewöhnliches Spiel gewinnst, dann liken sie alle. Auch ungelesen. Hätte ich die Überschrift noch Sieges betonter gewählt, hätte ich vermutlich noch mehr Likes ergattert.
Johannes hat sich selbstverständlich nicht zu einem gefällt mir herab gelassen. Desto größer meine Schadenfreude darüber, dass er den Post, den ich anonym geschrieben hatte, nicht nur geliket, sondern auch direkt geteilt hat.

Ihm gehts mit mir so, wie den Anderen mit den Spielen. Wenn mein Name drüber steht, dann ist der Bericht automatisch scheiße und wird nicht geliket. Idiot.

Hmm. Und sonst? Am Freitag fahren wir zu meiner krebskranken Mutter... Ich hab es weg geschoben, ich denke nicht mehr darüber nach. Es kommt, wie es kommen soll.

Bei Jörn auf der Arbeit gibt es Schwierigkeiten. Finanzieller Engpass, kann sein, dass er gekündigt wird. Hmm. Er leidet darunter. Verständlicherweise. Er hat nen Traumjob im Moment. Gutes Geld, Dienstwagen, kann von zu Hause aus arbeiten, ist frei und unabhängig. Würde schwer werden, all das wieder zu finden. Er hat Angst, dass ich ihn verlasse. Sagt ständig: "Bitte bleib bei mir. " Und ich sage: "Klar bleibe ich, wo soll ich denn sonst hin?" Es ist auch nicht die Tatsache, dass "wir" bald vielleicht weniger Geld haben. Ich denke, das ist für ihn schwerer als für mich. Dann gehen wir halt nicht mehr so oft essen oder verzichten halt auf den ein oder anderen SchnickSchnack, den ich mir vor Jörn eh nicht geleistet hätte. Hmm. Aber... Weniger Geld verändert auch ihn. Macht ihn unzufrieden. Gestresster. Genervter. Launischer. Dinge, mit denen ich nicht klar komme. Das fängt jetzt schon an. Wie so ne tickende Zeitbombe. Und ich sitze daneben - so wie früher - und denke, nicht bewegen, nichts sagen, nicht auffallen, einfach nicht da sein. Ein falscher Atemzug und die Bombe (meine Mutter) explodiert...
Ja, es ist nicht leicht.

Über Johannes habe ich heute beim Zeitungen verteilen auch ein wenig nachgedacht. Fakt ist, den Johannes von damals gibt es nicht mehr. Vielleicht war er nie real... Er sagte damals diesen verfickten Satz, der so unwahrscheinlich weh tat... "Es war doch nur virtuell und halt nicht ganz real." Während ich aber so was von real war... Vielleicht war er einfach nicht Echt. Ich weiß gar nicht... War ich einfach blind oder war er wirklich anders als heute? Hab ich was gesehen, was gar nicht da war? Ich weiß es nicht...

Hmm. Gestern nach diesem Flugzeugabsturz bekundete er überall sein Mitgefühl, änderte sein Profilbild und so weiter... Ne schlimme Sache! Definitiv! Aber... Noch nicht mal mehr so was nehme ich ihm ab. Noch nicht mal dieses Gefühl.
Das ist mies.

Naja... Der neue Johannes ist für mich nur noch dieses ständig besoffene zig Weiber flachlegende Arschloch. Und ich weiß nicht... Ist das fair? Was ist, wenn er doch noch andere Seiten hat? Hmm.

Ich muss mich noch immer von dem Schock erholen. Ich werde wirklich nie vergessen als seine Schnecke Tanja mir alles so haargenau erzählt hat, als würde sie über irgendeinen x-beliebigen Typen sprechen... Sie hatte vorab seinen Namen gesagt, aber als es dann um öffentliche Knutschereien in einem Zug ging, in dem auch ich saß... Um Verabredungen zum Ficken... Ich doch noch mal nach dem Namen fragen musste... Und als sie ihn wiederholte... Ich weiß nicht... Es gab keine Zweifel mehr. Ich wusste, dass es stimmt, was sie mir erzählt. Obwohl ich in den ganzen Jahren zuvor dachte, er sei anders. Ehrlich... Ich weiß auch nicht, warum ich in diesem Moment keine Zweifel mehr hatte. Ich wusste einfach, dass es stimmt. Und dann tauchen immer mehr Frauen auf. Immer mehr Frauengeschichten, die mir Andere erzählen. Und ich weiß bei jeder Geschichte, dass sie wahr ist. Kurz darauf in der Fußballkneiße, in der auch ich wieder war, knutscht er wieder mit einer rum. Ich hab es (zum Glück) wieder nicht gesehen.

Und dann wiederum frage ich mich, warum dieser scheiß Kerl einen so guten Ruf hat? Keiner redet schlecht über ihn. Weder die Frauen noch die Männer. Warum finde ich den Johannes von heute so zum kotzen?
Aber das tue ich bei einem Anderen auch als Einzige. Der vögelt auch alle, die nicht auf 3 den Slip wieder an haben. Eigentlich ist er in ner Beziehung. Ja, den findet auch jeder toll. Und ich finde einfach nur eklig.

Ich glaube, ich bin noch nicht soweit. Ich hab noch nicht verkraftet, dass der tolle Typ von damals so ein Arschloch sein soll. Ich kann das einfach nicht.

Jens... Das Wochenende war okay. Aber... Je mehr Zeit ich mit ihm verbringe, desto mehr merke ich, dass auch er wirklich krank ist. Gezeichnet von der Psyche. Er war immer der große, tolle Jens, der alles im Griff hat.
Hmm. Obwohl auch Jens nicht mehr das ist, was er mal für mich war... Ich habe deswegen keine Abneigung. Überhaupt nicht. Es ist eigentlich eher anders. Ich "verstehe" einfach. Warum auch er sich in überfüllten Kneipen nicht wohl fühlt, warum auch er nicht zu fremden Menschen will, warum er seine Ruhe braucht und sein eigenes Ding macht... Ich sage nichts dazu, überrede ihn zu nichts, kommentiere nichts, ich verstehe einfach nur und lasse ihn machen.
Jörn findet Jens sehr komisch. Jörn versteht auch nicht. Wer es nicht kennt, wird es nie verstehen. Ich hab aber auch kein dringendes Bedürfnis, Jens irgendwie zu "helfen". So wäre es wohl früher gewesen, denke ich. Jens und ich haben uns Beide verändert.

Hmm. Johannes hat sich auch verändert. Oder auch nicht, aber heute ist er nicht mehr der Kerl, der er damals vorgab zu sein. Was ist mir? Wenn ich von Jens rede, sage ich, ich hätte mich verändert... Aber was Johannes angeht habe ich das Gefühl, ich sei unverändert. Wenn es jetzt nicht er wäre... Aber würde mir irgendein Anderer in der Form die Hand reichen, wie er es damals getan hat... Ich wäre dankbar dafür. Nicht mehr ganz so naiv und dumm und gutgläubig wie damals, vermutlich... Aber doch, so eine Hand, die mir so ein ähnliches Gefühl wie damals gibt... Ja, ich würde sie nehmen.
Würde er mir die Hand reichen. Selbst wenn ich in nem Abhang hängen würde und er meine einzige Chance wäre... Ich würde sie nicht mehr nehmen.

Hmm. Mich lässt dieser Flugzeugabsturz nicht los. Es war also Mord. Ein Selbstmordattentat. Okay. Macht es das besser oder schlechter? Man hat einen Täter. Hmm.
Das ist jetzt schwer... Und ich bin ziemlich alleine mit meiner Meinung, wie so oft. Aber... Solche Selbstmordattentate passieren nahezu tagtäglich. Okay, nicht grade in einem Flugzeug und auch nicht mit so vielen deutschen Opfern und auch nicht so nah.

Ich weiß nicht. Ich kannte keines dieser Opfer. Warum sollte mich deren Tod mehr oder weniger bestürzen als wenn irgendjemand am Arsch der Welt ne Bombe zündet?
Für mich klingt das alles schon wieder so nach Doppelmoral.

Und die Art und Weise wie über den Täter gesprochen wird. Plötzlich sind alle Psychos Verbrecher. Ich bin auch ein Psycho. Hmm.

Schwieriges Thema. Ich finde einfach, dass kein Verbrechen besser oder schlechter ist als ein anderes. Schlimmer oder weniger schlimm.
Bin ich deswegen ein Arschloch? Hmm.

So, und jetzt muss ich schlafen. Morgen ist ein anstrengender Tag. Meine Familie wird anstrengend. Meine krebskranke Mutter wird anstrengend. Ja.

Aber ich hab Jörn. Seit fast 14 Monaten... Unfassbar... Wer hätte das jemals gedacht? Dass ich eine so lange Beziehung führen werde? Ich nicht!
Hmm. Wir haben übrigens unser Sexualleben komplett eingestellt. Schon seit Monaten. Wir reden nicht darüber. Es ist einfach so. Und es ist gut so wie es ist. Wisst ihr noch? Ich wollte unter anderem nie eine Beziehung, weil ich diesen ständigen Sex nicht ertragen hätte. Ich hätte es nicht ständig über mich ergehen lassen können. Und ich dachte, dass es keinen Typen gibt, der das mitmachen würde. Ein Johannes z. B. würde es auch nicht mitmachen. Der fickt schließlich auch so jede, die ihm grade im Weg steht. Und bei Jörn und bei mir ist es halt einfach so. Ohne viel Drama oder Erklärungen.

Naja.

Gute Nacht.

Montag, 23. März 2015

Schon echt krass

Mein kleiner Trainingslagerfreund und ich. Es ist echt Liebe. Dieser kleine Zwerg, der mein Herz so unfassbar tief berührt.

Wenn er mich anlächelt und sich so doll freut mich zu sehen. Dann gibt es nichts auf der Welt, was schöner sein könnte. Und dann das genaue Gegenteil. Wenn wir uns kurz verabschieden müssen, weil er mit dem Zug und ich mit dem Auto fahre... Wie er anfängt zu weinen und so traurig ist. Wie auch ich weinen muss, weil er weint...

Ja, echt krass. Wie ich ihn jetzt schon wieder so vermisse. Es dauert jetzt wiede 3,5 Monate, bis wir uns wieder sehen.
Dieses... Ich weiß nicht... Er war auch dieses Mal erst mal wieder ein wenig scheu, als wir ankamen. Aber wie schnell er mir dann doch wieder vertraut. Wie er meine Hand nimmt, wie ich ihm die Schuhe und die Jacke anziehen soll. Wie er mich mit traurigen Augen anschaut und fragt: "Fahrt ihr gleich wieder?" Und ich ihm erklären muss, dass wir gleich wirklich wieder gehen. Dass wir uns aber im Trainingslager wieder sehen und dann könnten wir den ganzen Tag Blödsinn machen.

Wie sehr man einen Menschen doch lieben kann. So sehr, dass es wirklich weh tut. So was ist ja eigentlich Gift für mich. Viel zu viel für meine Psyche. Aber es ist zu spät.

So ähnlich wie bei Johannes damals. Dieses Glück... Der Tag X kann bei meinem kleinen Freund auch eines Tages kommen. Vielleicht findet er mich eines Tages auch blöd. Findet andere Menschen viel cooler. Aber bei meinem kleinen Freund ist das dann wenigstens nicht aus Berechnung heraus. Jetzt grade findet er mich voll toll. Ja, das tut er wirklich. Da sind alle Anderen abgeschrieben, wenn ich da bin. Es ist nicht vorgespielt oder so. Es ist jetzt im Moment echt. Wenn seine letzten Worte vor dem Einschlafen "ich vermisse ... jetzt schon ganz arg" sind, dann sagt er das nicht, weil er das muss oder weil das irgendjemand hören will. Dann sagt er das, weil er das in dem Moment so fühlt und denkt. Und wenn er heute Morgen zu seinem Papa sagt, dass er mich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr lieb hat, dann zwingt ihn dazu auch keiner.

Ja verdammt, er fehlt mir :-( .


Donnerstag, 19. März 2015

Fertig

Ich bin total platt. Waren gestern und heute extrem viele Zeitungen, morgen sind es auch nicht weniger.

Gestern hatte ich am Schluss richtige Schmerzen. Blasen an den Füßen, neue Schuhe... Nein, ich konnte eigentlich nicht mehr. Dann dachte ich an Johannes Schnecken. Brüllte mich innerlich ständig an. Bei jedem einzelnen Schritt. "Alle seiner Weiber hätten schon längst aufgegeben und würden nicht mehr weitergehen. Aber du, du verdammt noch mal bringst das jetzt zu Ende. Gar nichts können diese Schnecken. Überhaupt nichts. Das Einzige was die richtig machen ist, dass sie sich nicht in den Idioten verknallen. Also reiß dich jetzt zusammen und geh weiter!"
Ja, so hab ich durchgehalten.

Dieser Kerl tut immer noch weh. Immer wieder mal. Ich will keine von seinen Schnecken sein. Wenn ich dann aber merke, dass ich ja noch nicht mal das bin, dann tut es doch wieder weh. Weil er das entscheidet irgendwie. Egal was seine anderen Schnecken posten, er findet alles toll. Meine Sachen nicht. Es sei denn, eine seiner Schnecken kommentiert grade mal was und er sieht das, dann kommt auch von ihm mal ein Lebenszeichen.

Ich hasse ihn dafür, dass ich einfach nicht damit aufhören kann über ihn nachzudenken. Und mich mag ich dadurch auch nicht mehr. Ich glaube wirklich, dass es seit unserer ersten Begegnung keinen Tag mehr gab, an dem ich nicht an ihn dachte. Seit über vier Jahren denke ich Tag für Tag an einen Kerl, dem ich nie auch nur irgendwas bedeutet habe.

Und mein Kopf lacht mich dafür ja auch aus und zeigt mir den Vogel. Es gibt halt einfach so viele unausgesprochene Dinge. So viele offene Fragen und die Zeit beantwortet mir diese einfach nicht. Die Fragen haben sich verändert. Obwohl, auch nur unwesentlich. Damals wusste ich nur noch nicht, dass er sich durch zig Betten vögelt.

Wenn ich an damals denke... Ich hätte das niemals geglaubt. Hätte mir das jemand damals erzählt... Ich hätte denjenigen ausgelacht. Nein, er ist nicht so. Natürlich nicht...

An meinem Umzugwochenende macht er wieder so ne Zugtour mit. Diesselbe Strecke wie damals... Als ich danach zum ersten Mal von einem seiner Betthäschen von den Knutschereien und irgendwelchen daraus resultierenden Fickdates erfahren hatte... Die Schnecke von damals ist auch mit an Bord. Ich zum Glück nicht. Sie bleiben sogar über Nacht. Also nicht nur die Beiden. Zig Andere auch. Ich muss immer wieder daran denken. Darüber nachdenken, ob sie direkt im Zug übereinander herfallen werden. Auf den Klos wird ständig gevögelt. Ich finde die so eklig, ich gehe da noch nicht mal zum Pissen drauf. Es sind aber auch immer wieder genügend Abteile leer. Ja, all das schießt mir halt immer und immer wieder durch den Kopf.

Seit dieser Zugtour damals, als ich danach erfahren habe, wie er wirklich ist, habe ich mehrere Zugtouren mitgemacht. Aber ich habe bei keiner Tour nochmal mein Abteil verlassen. Davor bin ich auch immer wieder mal durch den Zug spaziert... Aber hätte ich das damals aus heiterem Himmel sehen müssen... Wie er mit einer Bekannten von mir vor allen Leuten rum macht... Völlig unvorbereitet... Ich weiß nicht, wie und ob ich das überlebt hätte. Ehrlich nicht. Ich wäre gestorben und keiner hätte gemerkt warum.

Oh Gott, ich hasse diesen scheiß Kerl!

Meine Mutter wurde heute operiert. Weiter abwarten...

Übermorgen fahre ich zu meinem kleinen Kumpel vom letzten Trainingslager. Ich freue mich schon sehr darauf. Irgendwie... Eigentlich tue ich mir ja schwer mit Kindern. Weiß nicht so recht, wie ich mit ihnen umgehen soll. Weiß nicht so recht, ob er mich überhaupt noch kennt. Ob er sich auf mich freut. Wenn Kinder dich scheiße finden, die zeigen dir das. Und davor hab ich bei dem Kleinen Angst. Ich liebe ihn, versteht ihr. Doch ehrlich. Die eine Woche damals hat gereicht. Um ihn ganz fest in mein Herz zu schließen und ihn nie mehr da raus zu lassen.
Jens fährt übrigens mit. Nachdem er diese Woche mit uns noch in einer Livesendung im Fernsehen war. 
Warum kann es mit Johannes nicht so unkompliziert sein?


So, und jetzt muss ich schlafen. Morgen um 6 Uhr wollte ich die ersten Zeitungen verteilen. Morgen Mittag kommen ja bereits die nächsten. Ich hab Muskelkater und mir tut nach wie vor alles weh. Aber auch wenn mich Johannes nicht so toll findet wie seine anderen Schnecken... Keine von ihnen würde grade trotz Schmerzen weiter machen. Ich rede nur von Muskelkater und ner Blase am Fuß, nix Ernsthaftes.

Gute Nacht.

Montag, 16. März 2015

Erneut überlebt...

Gestern... Johannes... Für nen kurzen Moment war er Einer wieder jeder Andere. Er sagt was, ich sage was zurück... Er hört mir nicht zu, tun die meisten Anderen aber auch nicht... Ich bin niemand, den man hört oder sieht... Er steht direkt neben mir, dann kommt irgendso eine Schnecke, sie fallen sich leidenschaftlich in die Arme... Ich verziehe angewidert das Gesicht. Von wann ist die denn? Wer ist das? Die habe ich noch nie gesehen. Ich gehe zwei Meter nach links, da steht Jörn. Halte es für besser mich auf ihn anstatt auf diesen Vollzeit-Casanova zu konzentrieren. Ende der Geschichte.

Es tut nicht wirklich weh. Nicht mehr. Es ist mehr so ein "Ich find dich einfach nur noch zum Kotzen". Verdammt, ich fand ihn mal so toll. Er war der Tollste von allen. Und er hat sich damals anders verkauft. Sprach von kurzen Geschichten, meist so 4-6 Wochen lang, die er nach seiner Trennung 2003 hatte. Aber jetzt auch schon ganz lange gar nicht mehr. Ist das so eine 20cm - Geschichte? Seit wann dauert ein mal vögeln 4-6 Wochen? Und was heißt schon ganz lange nicht mehr? Ein ganzes Wochenende lang keine flachgelegt? Doch soooooooooo lange? Krass...

Hmm. Vorgestern Nacht hat irgendso ein Wichser mein Auto kaputt gemacht. Warum auch immer... Den hinteren Türgriff mutwillig abgerissen. Jetzt ist ein Loch in der Tür und das Auto kommt nachher in die Werkstatt. Ich hab ja im Moment eh Kohle im Überfluss. Was ist nur los in dieser Welt? Ich hab in meiner Jugend bestimmt auch viel Scheiße gebaut. Zu viel gesoffen, zu viel geraucht, zu viel Drogen genommen. Aber mutwillig das Eigentum von anderen Menschen zerstört? Niemals.
Naja, Johannes hat auch mein Herz mutwillig zerstört. Okay, selbst schuld wenn man sein Eigentum unbeaufsichtigt lässt.

Hmm. Meine Mutter... Sie hat abgeschlossen. Mit ihrem Leben. Naja, die letzten 1-2 Jahre waren anstrengend. Dauernd krank. Der Körper gezehrt von dem verdammten Krebs, den man viel zu spät diagnostiziert hat. Ich hasse diese gottverdammte Gesundheitsreform, die die Ärzte ihre Patienten nicht mehr vernünftig untersuchen lässt. Wenn eine Patienten seit über einem halben Jahr ständig mit Schmerzen zu zig Ärzten rennt und dern Tumor erst dann festgestellt wird, wenn es zu spät ist... Was ist das für eine Scheiße? Die Kosten für das MRT und so weiter sind doch jetzt dennoch angefallen. Okay, vielleicht entfallen jetzt etwaige Behandlungskosten... Glückwunsch, doch noch gespart.

Der Umzug rückt immer näher und näher. Soweit habe ich schon alles, nur die Küche fehlt noch. Die kostet ja nix. Bäh.

Ich bin traurig. Ja, das bin ich. Weine nach wie vor viel. Kann nicht mehr schlafen. Einschlafen tue ich schnell und gut. Aber nach zwei Stunden ist es vorbei. Ich hab Angst. Vor allem. Bin an meinem Limit angekommen, arg viel ertrage ich grade einfach nicht. Und das Schlimme ist, es kann ständig was Neues passieren. Vielleicht schlagen sie mein Auto beim nächsten Mal direkt ganz kaputt. Vielleicht verlässt mich Jörn morgen, dann stehe ich mit meinem Umzug in 1,5 Monaten ganz alleine da. Mir ist alles zu viel. Und ich weiß nicht, ob jemals wieder alles gut wird?

Hmm.

Ich würde gerne die Augen vor allem verschließen und wäre einfach glücklich...

Dienstag, 10. März 2015

Hmm

Ich war vorhin wieder so unfair zu Jörn. Aber dieser ganze Umzug macht mich jetzt schon fertig. Da kommen so viele Kosten auf mich zu und ich hab keine Ahnung, woher ich die Kohle nehmen soll. Und so ne verfickte neue Küche... Jörn ist mir auch keine Hilfe und alle günstigen Varianten findet er scheiße. Ja, ich würde am liebsten diese alte Schrottküche von hier mitnehmen (hatte mir mein Vermieter sogar angeboten) und mir halt noch nen Backofen dazu kaufen. Aus die Maus. Und wenn die Küche schon so scheiße ist, dann halt irgendeine andere gebrauchte Küche kaufen. Hauptsache billig halt. Laut Jörn solle ich lieber einen Kredit aufnehmen oder eine Ratenzahlung vereinbaren. Für mich unvorstellbar. Ich habe keine Schulden und ich mache auch keine Schulden. Ich gebe kein Geld aus, das ich nicht habe. Ich könnte doch gar nicht mehr ruhig schlafen. Ja, und da knallt es halt immer wieder. Er versteht mich in dem Punkt nicht. Ich ihn zwar irgendwie schon, aber nur, wenn er das so handhabt, muss ich es doch nicht genauso machen. Ich lasse ihm doch auch seine Ratenzahlungen und Kredite. Aber er verdient nun mal auch das dreifache von mir. Da kann man vielleicht schon eher mal Schulden machen.

Egal. Wir haben uns wieder vertragen. Er tut wirklich was er kann. Fährt ohne mich in Möbelhäuser und schaut nach Küchen, telefoniert Möbelhäuser ab... Ja, es tut mir leid. Ich weiß, dass er mir nur helfen will. Aber wenn ich mich schon dazu durchringe, für so ne Küche 800 Euro auszugeben und er dann damit anfängt, dass er sie nicht aufbauen kann. Dann finde ich jemanden, der das macht und ihm fällt dann ein, dass er ja auch kein Werkzeug hat... Ja verdammt, dann bekomme ich halt Panik und fühle mich total alleine gelassen.

Er hat vorhin nen Sprinter für den Umzug gemietet. Ohne das mit mir abzusprechen. Er hat ihn direkt bezahlt. Und dann fällt es mir irgendwie leichter, das anzunehmen. Mich nicht so schuldig und verschuldet zu fühlen. Hmm.

Kommen wir zu dem Anderen. Der hat heute so was Süßes gepostet. Da fliegen ihm wieder tausende meiner Herzen zu. Ein Foto von sich und seinen Eltern und dass er hofft, dass er noch viele Geburtstage mit ihnen feiern kann. Dass er dankbar ist...
Aber nicht nur meine Herzen springen da höher... Nein, die von zig anderen Weibern auch. Selbst die Herzen der Männer... ich hab nicht gefällt mir geklickt und auch nicht kommentiert. Das haben genügend Andere getan. Ich will ihn nicht mehr anhimmeln. Das tun so viele andere Weiber. Ich will mich da einfach nicht dazu stellen. Ich will keine von vielen sein. Dann bin ich lieber nichts. Bin ich auch so für ihn, mal davon abgesehen.
Als er das Bild gepostet hatte... Ich war kurz davor ihn zu fragen, ob seine Eltern denn auch krank waren, weil er so was postet... Aber selbst wenn er "ja" gesagt hätte... Hätte ich mit ihm über meine Mutter reden sollen? Dem Ersten nach Jörn wäre er gewesen... Was wäre gewesen, wenn er verstanden hätte, wie es mir geht... Nein, ich will mir das gar nicht erst ausmalen.
All die Weiber die da gefällt mir geklickt und kommentiert haben... Hatte er sie alle? Und ganz ehrlich... Wenn ich sehe, wie locker da der Umgang ist... Dann wünschte ich ehrlich, er hätte meinen Körper und nicht mein Herz gefickt. Hatte sich denn keine Andere Hoffnungen auf mehr gemacht? Bin ich wirklich die Einzige, die so dumm war?
Ich will ihn nicht mehr gut finden. Egal wie nett er auch in Zukunft zu mir sein wird... Er ist und bleibt ein Arschloch, der alles fickt, was nicht auf 3 auf den Bäumen ist. Und egal, wie viele Weiber ihn noch anhimmeln werden, keine von ihnen wird ihm jemals wirklich was bedeuten. Für ihn sind wir alle gleich. Nichts Besonderes.

Und es ist einfach so verdammt unfair, dass er so verdammt besonders für mich war. So kostbar. So wertvoll. Und ich war für ihn nur ein Zeitvertreib. War halt grade zur falschen Zeit am falschen Ort. Es hätte jede Andere sein können.

Wenn er noch mal nett zu mir ist... Ich werde nicht mehr vergessen, dass er jetzt nicht so ist, weil ich grade hier stehe. Nein, er ist so, wie er halt zu jeder Anderen auch ist. Hat nichts mit mir zu tun. Gar nichts. Ich war nie was Besonderes für ihn und werde es auch nie sein.

Und dann wiederum... Wäre ich so entspannt wie seine anderen Schnecken... Ja, dann wäre ich wirklich eine von vielen. Aber mich hat er verwundet. Schwer verletzt. Sehr schwer verletzt. Fast getötet... Und das macht mich dann doch wieder zu etwas Besonderem. Ja, das ist für den Arsch, ich weiß.

Ich kann für ihn nicht einfach nur eine von vielen sein. Ich kann das einfach nicht. Man hat nicht so viele Menschen gleichzeitig, die einem angeblich so wichtig sind. Wenn man das hat, dann stimmt was nicht. Dann sollen ihm mal die Anderen wichtig sein, ich verzichte.

Mir geht es zunehmend schlechter. Ich weine immer mehr und mehr... Die Kraft schwindet. Jetzt schon. Dabei habe ich noch gar nichts geleistet. Ich würde einfach am liebsten alles liegen und stehen lassen und abhauen. Ganz weit weg. Soll sich doch jemand Anderes um alles kümmern. Oder auch nicht. Völlig egal.

Ich muss schlafen. Ich kann nicht mehr. Bin unfassbar müde. Aber nur mein Körper.

Je bewusster ich mir darüber werde, dass meine Mutter nicht mehr lange leben wird, desto trauriger werde ich. Hätte ich ihr früher verzeihen müssen? Wir hätten vielleicht noch ein bisschen Zeit miteinander haben können...

Verdammt...

Gute Nacht.

Sonntag, 8. März 2015

Träume mies, Realität mies...

Es ist amtlich, meine Mutter hat einen Tumor. Bösartig, schon fortgeschritten. Speiseröhre. Es ist komisch. Weiß nicht so recht, wie ich damit umgehen soll. Sie ist über 70, körperlich eh schon in einem schlechten Zustand, das Ende naht... Diese Frau hat mir ziemlich viel Leid angetan. Ich bin aber einfach nicht so abgeklärt. Ich kann nicht froh darüber sein. Und ja, ich bin auch irgendwie traurig. Und doch innerlich irgendwie ruhig. Ich weiß, dass sie sterben wird. Es ist ein komischer Zustand. Ich kann mit dem Tod und mit Abschied eigentlich nicht umgehen. Gar nicht. Überhaupt nicht. Und wie gesagt, ich bin auch öfters mal traurig. Grade wenn ich darüber nachdenke und dann weine ich auch. Und dennoch ist es irgendwie okay. Es ist kein Drama oder so was. Nicht dieser unfassbare Schmerz wie sonst. Nicht ansatzweise der Johannes-Schmerz. Oder der Frau Dr. Brenner-Schmerz.
Und ich hadere auch nicht mit der Traurigkeit. Versuche nicht mir einzureden, dass diese Frau das gar nicht verdient hat. Denn hat sie. Sie ist meine Mutter. Und auch wenn sie nicht alles richtig gemacht und sogar viel falsch gemacht hat... Sie hat bestimmt irgendwie ihr Bestes gegegeben. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Die halt begrenzt waren...
Ich mache mir Sorgen um meinen Dad... Wenn sie nicht mehr ist, dann ist er ganz alleine da unten. Ich bin so verdammt weit weg. 600 Kilometer...
Und trotz allem... Ich habe keinerlei Ambitionen da runter zu fahren und bei meinen Eltern zu sein. Aber so ist es halt auch leichter für mich. Es nicht zu sehen. Mich auf meine Art auf den Tod vorzubereiten... Und das Recht nehme ich mir raus. Grade nach allem was war. Sie war auch nicht für mich da als ich sie gebraucht hatte. Meine ganze verdammte Kindheit nicht. Und wenn es jetzt für mich leichter ist, dieser Frau nicht beim Sterben zu zu schauen, dann schaue ich da nicht hin. Ja.


Und dann träume ich... Ich sehe meinen Dad alleine irgendwo sitzen. Hilflos. Eine Art Pflegeheim oder so was. Er sitzt einfach völlig alleine da. Keiner kümmert sich. Und er sieht so traurig aus. Und ich beobachte ihn einfach nur. Kann irgendwie nicht zu ihm. Als wäre ich nicht wirklich da, würde ihn lediglich im TV sehen. Hmm.

Der andere Traum... Ich hab Geburtstag und irgendwelche Leute haben eine Party für mich organisiert. Eine von Johannes Schnecken ist auch da. Sie erzählt mir, dass sie eigentlich nur da ist, weil Johannes mein Überraschungsgast gewesen sei und sie ja schon seit Wochen was mit ihm am laufen hätte. Dass sie gerne eine Beziehung mit ihm hätte. Ich sage, dass sie eine Beziehung mit ihm vergessen könne, das würde mich ihm nicht funktionieren. Sie sagte, dass er es immerhin zwei Wochen lang mit ihr versucht hätte und dass sie jetzt halt wieder nur ne Affäre hätten.

Johannes hat heute Geburtstag, mit seiner Schnecke habe ich mich gestern wirklich lange unterhalten... Als sie mir das im Traum so erzählt hat... Es war nicht mehr dieser "ich sterbe-Schmerz". Es tat weh. So ein bisschen. Aber ich wusste, ich würde es überleben. Und ich dachte irgendwie nur: "Wenigstens fickt er nicht auf meiner Party mit ner Anderen." Ja, ich war erleichtert, dass er nicht da war.

Hmm.  Die Realität sieht anders aus... Wir haben Mitte der Woche ein paar Nachrichten ausgetauscht, heute ein paar Nachrichten ausgetauscht. Unverfängliche Themen. Es ist verrückt...

Hinzu kommt, dass ich in 1,5 Monaten etwa umziehe. Eine neue Küche brauche. Jörn und ich in dem Punkt so verschieden sind. Ich hätte am liebsten was Billiges. Er was Neues. Aufbauen kann er das nicht.Was Gebrauchtes kann man leichter aufbauen. Man muss nix mehr sägen oder so. Ach, ich weiß es nicht. Jörn will halt alles mit Geld regeln. Geld, das ich nicht habe. Mich belasten "Schulden", er kann damit leben. Ratenzahlungen wären mein Albtraum. Ich will es lieber direkt bezahlen. So ein Umzug ist anstrengend, mein letzter Umzug war die Hölle. Danach war ich körperlich und psychisch erschöpft. Wenn Jörn so anders tickt, dann habe ich Angst, dass ich wieder alles alleine stemmen muss. Schaffe ich nicht. Nicht noch mal.

Hmm. Ich sollte mich von Johannes fern halten. Ich bekomme es nicht in Paket gesteckt. Dass er nett sein kann, so wie er es in den letzten Nachrichten nun mal wieder war... Und dass er aber ganz genauso auch ist wie in dem Traum. Und je mehr gute Seiten ich von ihm jetzt wieder sehe, desto schmerzhafter ist doch diese ganze Scheiße mit seinen Weibern.

Und grade jetzt... Wo wieder alles so viel und so anstrengend ist... Ich bräuchte ihn... Ich muss mich von ihm fern halten. Ist besser für mich. Ich muss mich auf den Tod von meiner Mutter konzentrieren. Da kann ich ihn jetzt nicht gebrauchen. Und wenn meine Mutter jetzt stirbt und er dann auch geht... Zwei Abschiede sind einfach zu viel. Geht nicht. Ich muss mich wieder von ihm fern halten. Alles Andere würde mich kaputt machen.

Und dann Jens... In zwei Wochen machen Jörn und ich mit ihm die Auswärtstour zusammen. Mit Übernachtung. Nur wir 3. Und es ist kein Problem. Auch wenn wir uns nicht mehr wirklich nah sind... Das Vertrauen ist irgendwie nach wie vor da. Nicht mehr in Bezug auf unser aktuelles Leben. Aber er vertraut darauf, dass wir ihn mitnehmen und das fällt ihm auch nicht so leicht. Und ich vertraue darauf, dass er mir nicht weh tun wird. Ich vertraue nicht, ich weiß es.

Ja, ich muss mich von Johannes wieder fern halten. Er wird mir nur wieder das Genick brechen.

Ich hab ja eh genug andere Dinge um die Ohren... Ich weine viel in letzter Zeit. Heute Morgen als Jörn und ich im Auto an einer Ampel standen lief ein Mann mit einem Hund über die Straße. Dieser Hund sah ungelogen aus wie Kira. Auch deswegen habe ich geweint. Mittlerweile habe ich keine Probleme mehr damit vor Jörn zu weinen. Und er tröstet mich dann. Hält mich fest, umarmt mich, hält meine Hand...

Das mit meiner Mutter ist irgendwie echt komisch. Mein Leben läuft einfach weiter. Und ich kann auch Spaß haben und lachen. Und ich kann auch Momente lang nicht an sie denken. Und doch bin ich immer wieder mal traurig. Ich glaube, es ist jetzt leichter, weil mein Leben mittlerweile recht gut funktioniert. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden. Auch wenn ich durch sie wirklich viel Scheiße erlebt habe, ist es jetzt okay. Wäre jetzt immer noch alles so beschissen, dann würde mich ihr bevor stehender Tod wahrscheinlich total aus der Bahn werfen.
Krass ist auch, dass ich mir fast mehr Sorgen um meinen Dad mache. Habe ich ihr verziehen? Vielleicht... Hmm.

Hmm...


Dienstag, 3. März 2015

Hmm

Mir gehts heute irgendwie nicht so gut. Traurig. Eigentlich grundlos. Es ist nichts passiert. Hmm. Aber irgendwie hat die Traurigkeit immer einen Grund, man muss nur lange genug suchen.

Es steht halt eine Veränderung bevor. Irgendwann demnächst ziehe ich um. Ich bleibe im Viertel, das definitiv. Hab meine Traumwohnung gefunden, die wird es aber wohl nicht werden. Es wird eine andere tolle Wohnung. Total groß. So eine große Wohnung hatte ich noch nie. 60 Quadratmeter, Küche ein extra Raum, Wohnzimmer ein extra Raum, Schlafzimmer ein extra Raum. Lage ist im Grunde genommen auch super. Genauso wie der Preis. Aber es gibt ein Problem. Mein Auto hat nirgendwo Platz. Die nächsten kostenlosen Parkmöglichkeiten sind 700 Meter entfernt. Oder das Parkhaus direkt nebenan. Für 60 Euro im Monat. Das sprengt das Budget. Ich brauche mein Auto nicht so oft... Aber so weit weg? Irgendwo? Und wenn ich es doch mal brauche... Wenn ich Sachen mit rein packen muss... Dann muss ich erst mal 10 Minuten laufen, mein Auto abholen, im Halteverbot vor der Haustüre kurz stehen bleiben... Optimal ist es nicht. Bei meiner Traumwohnung bekomme ich erst Ende der Woche Bescheid. Da war Jörn aber nicht dabei. Da war ich einfach nur ne (asoziale) Rentnerin. Ja, so in etwa nehmen mich wohl die Vermieter wahr. Dabei habe ich mir wirklich noch nie was zu Schulden kommen lassen. Ich hab immer alles bezahlt. Jörn hatte die Vermieter am Samstag in Grund und Boden gequatscht. Wenn meine Referenzen nicht reichen würden, dann würde er halt die Wohnung als Zweitwohnung mieten, kein Problem. Sagt er zu den Vermietern. Tja, deswegen wird es jetzt wohl die große Wohnung. Die viel zu groß für meine Möbel ist. Aber halt leider keinen Stellplatz für mein Auto bietet. Nur wegen dem Stellplatz darauf zu verzichten fühlt sich auch falsch an. Hmm. Naja, noch hab ich nicht das endgültige "Okay" von den Vermietern bekommen. Kommt heute oder morgen. Bzw. halt irgendeine Rückmeldung. Vielleicht bekomme ich sie ja doch nicht, dann hat sich das Autoproblem erledigt.

Gestern beim Fußball war es komisch. Ich hatte ausnahmsweise nen Sitzplatz, weil ich doch noch ein bisschen wacklig auf den Beinen bin. Dann hatte ich mir also Zeit gelassen mit dem aufsuchen meines Platzes im Block. Ich stand da und sah Johannes ein paar Meter entfernt. Er hatte mich nicht gesehen. Ich beobachtete ihn. Beobachtete mich. Ich hatte wirklich keinerlei Bedürfnis zu ihm zu gehen. Dabei wäre es mal ruhig gewesen um uns herum. Ohne all zu viel Menschen. Ohne zig andere Menschen, die man sonst noch so begrüßen muss. Und er schien nüchtern gewesen zu sein. Man hätte in der Tat mal zwei Sätze wechseln können. Hätte...
Ich dachte daran, wie ich ihn ganz am Anfang öfters beobachtet hatte. Als ich dachte, er würde mich ignorieren. Wie ich ihn einfach nur ansah. Das Gefühl damals war ein anderes. Damals bin ich gestorben wenn ich ihn sah. Er musste mich noch nicht mal begrüßen oder mit mir reden oder irgendwas tun, es war einfach immer furchtbar aufregend. Heute ist da irgendwie nichts mehr. Ich sterbe nicht mehr. Es hatte ein paar Minuten gedauert, bis mir seine Schnecken einfielen. Würde ich sterben, würde ich ihn mit einer seiner Betthäschen sehen? Hmm. Man kann auch innerlich sterben...
Er ging dann irgendwann, ohne mich gesehen zu haben. Ich stand auch strategisch klug ;-) .

So, jetzt ist es amtlich. Ich habe die Wohnung, die ich wollte. Jörn und ich haben sie uns vorhin noch mal gemeinsam angeguckt und Jörn hatte direkt seine Gehaltsabrechnungen mitgebracht. Danach war die Sache geritzt... Allerdings habe ich erst heute erfahren, dass die Küche doch nicht mit dabei ist, ich muss mir jetzt also eine Küche kaufen. Ohje. Ich hasse es, wenn so hohe finanzielle Dinge auf mich zukommen. Mit so was kann ich nicht umgehen. Und nicht vergessen, ich werde in Zukunft rund 130 Euro mehr Miete bezahlen. Das werde ich auch spüren. Ich werde also gar nicht mehr so viel zur Seite legen können. Ohje. Klar, die Wohnung ist dafür toll. Ne Badewanne, nur für mich :-) . Nach fast vier Jahren endlich mal wieder ohne Ohropax schlafen...  Ja, wird schon alles gut werden. Hoffe ich. Jörn hatte gesagt, dass er das mit der Küche regelt. Ich solle ihm einfach die Kohle von meinem Vermieter geben, den Rest würde er drauf legen. Will ich nicht. Kommt nicht auch in die Tüte.

So, und jetzt versuche ich mal zu schlafen. Morgen muss ich noch ne Menge Zeitungen verteilen, bevor es wieder zum Fußball geht. Ich brauche Geld. Ja, das brauche ich ganz dringend. Verdammt...

So, gute Nacht ihr Lieben.