Samstag, 20. September 2014

Immer noch nicht

Nein, ich komme immer noch nicht klar. Heule die ganze Zeit. Weiß aber selbst nicht so genau warum. Es tut plötzlich einfach wieder so unfassbar weh. Ich bin irgendwie gefangen.

Ich weiß, dass ich es bereits überlebt habe. Dass er mich bereits verlassen hat, dass ich das Danach irgendwie überstanden habe... Aber solange er in meiner Nähe ist, ist er echt ne Gefahr für mich. Er macht mir Angst. Ich will nie wieder solche Schmerzen haben. Ich will nie wieder, dass es mir so schlecht geht.

Und was das Schlimmste ist... Ich hab keine Ahnung, wie ich nachher auf Jörn reagiere... In der Regel haben wir nach zu viel Johannes-Kontakt immer gestritten. Weil ich Scheiße war. Weil sich die Angst auf ihn überträgt. Die Angst davor, ihn jetzt auch noch zu verlieren. Jedes Wort, jede Handlung von Jörn wird plötzlich zur Bedrohung.

Ich komme einfach nicht klar :-( .

Ich würde ihn mir am liebsten einfach mal schnappen. Also Johannes. Ihm mal alles an den Kopf knallen. Egal, ob er es hören will oder nicht. Egal, ob meine Gefühle und meine Gedanken Sinn machen oder nicht. Ob sie nachvollziehbar sind oder nicht. Ich will einfach sagen, wie es ist. Will auf keine Formulierung und auf richtig oder falsch achten. Will danach auch keine Konsequenzen. Ich will das einfach alles nur mal raus lassen.
Jaja... Brief schreiben und den nicht abschicken. Aber das reicht nicht. Schreiben hilft nicht. Ich muss reden.

Aber mit wem denn? Ich bin seit über 7 Monaten mit Jörn zusammen, den ich auch für nichts auf der Welt mehr hergebe!!!, da redet man nicht mehr über nen anderen Kerl...

Egal. Jörn kommt bald. Ich muss noch duschen, mich zumindest äußerlich in einen fröhlichen Menschen verwandeln, muss hier noch putzen und aufräumen. Das mache ich jetzt mal... Aber das Schlimme ist, das mache ich die ganze Zeit und noch nicht mal das hilft. Alles grade nicht ganz so toll...

Bis Montag. Drückt mir die Daumen, dass ich das Wochenende irgendwie überlebe. Johannes sehe ich morgen wieder... Hoffentlich sagt er nix. Ich würde heulen. Auf der Stelle los heulen. Und Jörn würde daneben stehen... Und dann?

Scheiße...

Freitag, 19. September 2014

Zu spät



Obwohl ich den ganzen Mittag versucht habe aktiv zu sein, bin ich so unfassbar traurig. Bin ich traurig? Ich weine ständig. Egal wo ich bin, egal was ich tue, ich weine.

Er sagt das, was ich seit über drei Jahren hören wollte. Aber habt ihr ne Ahnung, wie weh das die ganze Zeit getan hat? Ich hab über drei Jahre lang versucht das alles irgendwie auszuhalten.

Ich weiß auch nicht. Es ist, wie wenn irgendjemand ein Ventil geöffnet hätte und plötzlich fällt so viel von mir ab. Aber es wird irgendwie nicht leichter. Es ist keine Befreiung.

Ich bin fast kaputt gegangen daran! Und er sagt, dass ich ihm nie egal bin und nie egal sein werde? Wie konnte er dann so zu mir sein?

Ich kann ihm nicht noch einmal vertrauen. Ich hab ihm damals so sehr vertraut… Ich hatte keine Sekunde an ihm gezweifelt. Und es hatte so verdammt weh getan. Habt ihr überhaupt ne Vorstellung davon, wie weh das getan hat? Das Damals… Ich würde es nicht noch mal aushalten. Versteht ihr? Ich könnte das nicht noch mal überleben. Das ist unmöglich. Ich kann es einfach nicht.

Das ist so absurd. Es ist alles so, wie ich es mir seit über drei Jahren gewünscht hatte. Wie ich es nicht für möglich gehalten hatte. Und jetzt ist es so. Und ich kann nicht. Aber nicht, weil Johannes schon wieder zu viel Macht über mich hat. Nein. Im Gegenteil. Er ist zu weit weg. Viel zu weit weg. Er hat sich in den letzten Jahren viel zu weit entfernt. Es ist nur noch ein Mensch, der mir weh getan hat. Dem ich nicht mehr allzu viel Positives abgewinnen kann. Er muss ein guter Typ sein. Jeder mag ihn. Es gibt keinen, der ihn nicht mag. Zumindest kenne ich keinen.

Aber er hat mir weh getan. Nicht nur ein Mal. Mehrmals. Das hat Jens auch, das musste er… Aber Johannes hatte danach einfach immer weg geschaut. Ich hätte verbluten können, an den Verletzungen sterben können, die er mir zugefügt hat und er hätte einfach weg geschaut.

Wie meine Mutter… Die hat auch nicht gesehen, wie sie mein Leben zerstört. Meine Mutter stirbt wahrscheinlich bald und ich kann ihr nicht verzeihen. Und wisst ihr was das Schlimmste ist? Ich schaue ebenfalls weg. Ich will nicht wissen, wie es ihr geht. Ich schaue auch einfach weg. Ich bin nicht besser als die Zwei.

Okay, es gibt einen Unterschied… Ich kann nichts für ihre Krankheiten. Ich hab damit nichts zu tun.

Verdammt… Was ist denn nur los mit mir? Warum weine ich die ganze Zeit? Es ist doch nichts passiert. Oder? Nehme ich davon wenigstens ab?

Zum Glück sehe ich Jörn heute nicht… Heute Nacht lag er mir und ich hab da ja schon ständig über Johannes nachgedacht. Das ist so erbärmlich… Morgen muss ich wieder fit sein. Emotional ausgeglichen. Wir treffen uns mit nem Teil meiner Verwandtschaft morgen Abend. Wird ein anstrengendes Wochenende… Aber ganz ehrlich? Obwohl ich die ganze Zeit unterwegs sein werde, viele Leute treffen werde, viele betrunkene Menschen erleben werde, das brisanteste Spiel dieser Saison stattfindet… Das klingt alles so wundersam erholsam im Gegensatz zu dem Johannes-Chaos.

Ich bin müde. Erschöpft. Wenn er so Menschen behandelt, die ihm zumindest nicht egal sind… Ich wünschte, ich wäre ihm scheißegal, ehrlich… Wenn man über einen Menschen sagt, dass er einem niemals egal sein wird… Das sagt man nicht über jeden Menschen, oder? Also ich nicht… Ich weiß, dass es bei Jens so sein wird. Und ich hab das auch immer über Johannes gesagt… Aber sicherlich nicht über jeden anderen Menschen in meinem Leben. Aber wer weiß das bei Johannes schon so genau…

Ich gehe nachher früh schlafen. Ich mag einfach nur schlafen. Nicht mehr denken, nix mehr fühlen. Mir ist das alles zu viel. Er kann mich doch nicht für drei Jahre in die Hölle schicken und mir dann sagen, dass ich ihm nie egal war. Das geht doch nicht…

Weiß er denn wirklich nicht, wie weh er mir getan hat? Ach nee… Er hat ja nicht hingeschaut. Verdammt, ich wollte mich danach umbringen. Nachdem er mich abgeschossen hatte. Versteht ihr? Mein Leben war danach so sinnlos. Ich hab mir wegen diesem Kerl meinen Arsch von nem verheirateten Kerl entjungfern lassen, den ich noch nicht mal leiden konnte. Ich war deswegen für insgesamt ein halbes Jahr in mehreren psychiatrischen Kliniken. Versteht ihr? Ich war völlig am Ende. Und dann kommt dieser Kerl und sagt, dass ich ihm nie egal war? Häh?

Ich kann das nicht Leute, ehrlich nicht. Ich kann das einfach nicht. Ihm zu prosten, vergeben und vergessen. Scheiß auf das was war… Ich weiß auch, dass er nicht wirklich die Ursache war. Er war nur der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Aber er hat halt auch nicht beim Trocknen geholfen. Und das kann ich nicht einfach vergessen.

Ich kann nicht. Ich kann einfach nicht. Es tut mir leid. Aber ich kann nicht. Ich hatte mir das so sehr gewünscht. Dass wir uns irgendwann wieder nah sind. Aber ich kann ihm nicht noch mal vertrauen. Das erste Mal, dass ich ihn ablehne. Aber nicht aus Trotz oder Bockigkeit oder Berechnung oder so was. Es ist irgendwas Tieferes, versteht ihr?

Ich muss noch warten bis meine Wäsche fertig ist und aus der Maschine kann, dann gehe ich schlafen. Es ist vorbei. Nach über 3,5 Jahren ist es vorbei. Weil ich das Buch zuschlage. Ohne Happy End. Er kommt zu spät. Sie hat so lange auf ihn gewartet. So unfassbar lange.

Für immer?

Er sagt, dass ich ihm nie egal war, nie bin und nie sein werde...
Ich sage, dass ich versuche es zu glauben, dass Vertrauen aber nicht meine Stärke ist.
Er meint, dass ich ihm vertrauen könne...

Und ich? Ich sage nichts mehr.

Dabei würde ich so gerne... Ich würde so gerne sagen, dass ich ihm schon ein mal vertraut habe. Mehr als allen anderen Menschen zuvor und dass ich daran fast gestorben wäre. Dass ich nie wieder solche Schmerzen haben will. Dass ich das nicht noch ein mal aushalten würde.

Ich schweige...

Ich antworte nicht mehr. Weil die Wahrheit zu viel und alles andere eine Lüge wäre.

Ich weine. Schweigend.

Ich will nie wieder solche Schmerzen haben :-( Nie wieder :-(

Nein, ich antworte darauf nicht mehr. Weil mir keine Worte helfen. Vor allem nicht seine. Davon hatte er damals zu viele benutzt. Ich brauche Taten. Und Zeit.

Und jetzt erst mal Ruhe...

Überlebt...



Gestern… Johannes… Grade mal 30 Zentimeter von mir entfernt… Küsst er ne andere Frau auf den Mund. Hmm.

Waren da überhaupt 30 Zentimeter zwischen uns? Knapp, ganz knapp.

Ich weiß, dass die Beiden vor ein paar Jahren auch mal ein Techtelmechtel hatten. Ebenfalls in so nem Zug. Züge scheinen ihn irgendwie geil zu machen. In nem Abteil. Nur er und sie… Nein, ich weiß nicht, ob sie da drin gevögelt haben. Und nein, ich will es auch nicht wissen.
Ich mag sie. Ehrlich. Es war ein Freundschaftskuss… Machen manche beim Fußball so. Wenn sie betrunken ist, dann küsst sie auch mich auf den Mund. Sie waren nüchtern gestern. Beide.

Ich weiß es nicht. Es wird wohl niemals zu meinen Lieblingsbildern gehören. Johannes mit anderen Frauen. Und dann auch noch knutschend. Ich würde niemals dafür Eintritt bezahlen oder so was.
Aber ich weiß jetzt, dass ich es überlebe. Und irgendwie auch gar nicht so dramatisch überlebe. Kampflos und fast schon schmerzlos überlebe. Unbeschadet überlebe.

Es dauerte übrigens nicht lange, dann kam auch Tanja. Das finde ich irgendwie nach wie vor noch sehr erbärmlich. Ich weiß nicht, was da zwischen denen privat so läuft. Keine Ahnung. Aber Fakt ist, dass sie ständig in seiner Nähe ist. Und nicht er in ihrer. Sie ist ständig alleine in seiner Nähe, bei seinen Leuten. Wisst ihr was ich meine? Auch etwas, woran ich mich so ganz langsam gewöhne. Komischerweise brauche ich da länger dafür als mich an irgendwelche Küsse zu gewöhnen. Vielleicht, weil sie ihm hinterher rennen darf? Mich hatte er so was von zum Teufel gejagt, als ich das tat. Sie scheint es cleverer zu machen. Checken Männer das so nicht? Wenn man unauffällig sich ständig in ihrer Nähe aufhält? Zufällig…? Gut, ich hatte immer den direkten Weg gesucht. Vor allem virtuell. Mir liegen diese Spielereien nun mal nicht… Hmm. Aber so scheint es jedenfalls zu funktionieren. Scheinheilig. Berechnend. Nicht mein Ding.

Wir haben gestern auch ein paar Sätze miteinander gewechselt… Er ist echt plötzlich wieder anders. Zugänglich. So, wie ich es über drei Jahre lang wollte. Wie ich es seit drei Jahren gebraucht hätte. Ihn nahezu angefleht hatte, wieder so zu sein. Ich rede mit ihm. Antworte. Lächle. Lasse mich „Mausebacke“ (oder so ähnlich) nennen, reagiere, nicke… Aber so wirklich da bin ich nicht. Ich weiß nicht… Ich bin zu ihm nicht so wie zu Menschen die ich nicht mag. Zu denen bin ich anders. Abweisender und vor allem noch abwesender. Noch abnickender. Gleichgültiger. Hmm.
Ich beobachte. Beobachte ihn. Sein Verhalten mir gegenüber. Bin auf der Lauer. Ich vertraue ihm kein Stück mehr. Wappne mich vor etwaigen Angriffen. Er wird mir nicht mehr weh tun. Nie mehr. Ich werde mich verteidigen bevor es weh tut. Er muss es sich erst mal verdienen. Dass ich locker mit ihm umgehe. Entspannt und gelassen. Im Moment ist es für mich jedenfalls noch unvorstellbar. Dass ich das jemals (wieder) kann.

Mit Jens hingegen lief es auch gestern wieder sehr gut. Fällt mir in letzter Zeit wieder verstärkt auf. Da ist alles normal. Da brauche ich keine Verteidigung. Mal keine verstärkte Verteidigung. Keine Beobachtungsposten. Und irgendwie ist es im Moment eher das Gegenteil. Dass ich ihn am liebsten ganz fest drücken würde. Mich tausend Mal dafür bedanken möchte, dass er nie aufgehört hat nach mir zu sehen. Dass er mich zwar losgelassen hat, aber es ihm nie egal war, wie es mir dabei geht. Dass er mich immer beobachtet hat. Mir bei meinen Gehversuchen zugesehen hat. Mit gehofft und gebangt hat. Ja, das bedeutet mir unwahrscheinlich viel. Komisch… Das erste Mal grade seit ganz, ganz langer Zeit, dass ich wegen Jens mal wieder weinen muss.

Hmm. Gestern hat mich Johannes noch was zu einem meiner Chronikeinträgen gefragt… Er liest also zumindest meine Chronik mit… Seht ihr, selbst das hatte er nicht getan in den letzten drei Jahren. Also selbst in der Zeit nicht, als wir zumindest noch virtuell befreundet waren. Er hatte gesagt, dass er mich so blockiert hat, dass er mein Zeugs nicht mehr lesen muss, weil das eh nur Müll sei… Aua…

Ich merke das echt erst jetzt… Dass er mir nicht nur weh getan hat, als er damals ging. Nein, immer und immer wieder. Zu oft… Ich kann das nicht einfach vergessen. Das geht nicht. Echt nicht.

Wisst ihr… Dass mich damals Beide von sich gestoßen haben, weil ich sie einfach erdrückt habe und viel zu sehr geklammert habe, das ist okay. Aber Jens ging es nicht nur um sein eigenes Leben. Es ging ihm nicht nur darum, selber wieder atmen zu können. Hauptsächlich bestimmt schon auch. Aber es war ihm dabei nicht scheißegal, wie es mir geht. Er hat es nicht um jeden Preis getan. Johannes hingegen schon. Er ist quasi über meine Leiche gegangen.

Und damit komme ich einfach nicht klar. Kann man die Vergangenheit einfach so ruhen lassen? Ich nicht. Können das andere Menschen? Ich denke darüber nach, Johannes zu fragen… Wie es in der Zeit für ihn war. Ob es ihm wirklich egal war. Warum es ihm egal war. Ob er wirklich ein so gottverdammter Egoist ist… Würde das was ändern? Selbst wenn er sagen würde, dass es ihm nicht egal war… Würde ich ihm glauben? Wohl kaum… Bei Jens war es so authentisch. So glaubwürdig. So passend. Wie so ein Puzzleteil, das sich nahtlos eingefügt hat. Im Grunde genommen das letzte Puzzleteil. Das Teil, das das Bild komplettiert hatte.

Vielleicht sollte ich ihn fragen. Hmm. Was meint ihr? Schlimmer kann es doch irgendwie nicht werden. Aber vielleicht liefert er mir dann auch endlich das letzte Puzzleteil. Das Teil, das mich zur Ruhe kommen lässt. Das Teil, das mich Frieden schließen lässt. Hmm.

Ich weiß es nicht.

Ich hab es getan. Ich hab ihn gefragt. Auf dem direkten Weg. So wie er es offensichtlich nicht mag ;-) . Nein, eigentlich nicht lustig… Abwarten. Bin ich bereit für die Wahrheit? Die ja so oder so ausfallen kann. Wird man sehen. Was auch immer kommt. Ich weiß, dass ich es verkraften kann und werde. Und sollte er wirklich sagen, dass es ihm scheißegal war wie es mir ging, dann ist er für mich unten durch. Dann will ich ihn definitiv nicht mehr in meinem Leben haben. Dann kann er sich verpissen. Für immer. So jemanden brauche und will ich nicht. Dann war er damals lediglich ne Fata Morgana. Mehr Schein als Sein.
Wisst ihr was? Jetzt nachdem die Frage gestellt wurde… Da wünsche ich mir, dass er sagt, dass es ihm natürlich nicht egal war. Ich ihm nicht egal war. Ja, das wünsche ich mir. Ehrlich. Ich will wissen, wie es ihm damit ging. Ich will endlich davon erlöst werden… Ich weiß, dass es auch anders ausgehen kann. Dass er wirklich sagt, dass ich ihm scheißegal war. Oder das typische Verhalten: Er antwortet einfach mal wieder gar nicht… Aber ich will mein Puzzleteil. Ich will es hören. Dass er sagt, dass ich ihm nicht egal war. Dass es ihm nicht egal war wie es mir geht.

Das ist irgendwie so, als würde ich das von meiner Mutter hören wollen… Ja, so fühlt sich das an… Dass sie mich damals lieb hatte. Ich weiß nicht…

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Dienstag, 16. September 2014

Hmm

Jörn kommt gleich... Wir sind heute Abend in so ner Fernseh-Show. Livesendung...

Ich denke mehr an Johannes. Nicht unbedingt an ihn. An mich. Darüber nach, was es denn grade so schwierig macht.

Naja... Mir gehts grade wieder gut. Nach drei Jahren gehts mir gut. Ich bin mit Jörn zusammen, alles sicher und gut.
Aber mir ging es drei Jahre lang richtig schlecht. Wo war er da? Zumindest nicht bei mir. Und so ganz unschuldig war er an meinem Zustand nun mal nicht... Was ist denn, wenn es mir beim nächsten Mal schlecht geht? Ich bin psychisch krank. Chronisch krank. Das kann nun mal immer passieren. Es ist harte Arbeit mich einigermaßen stabil zu halten... Aber es gibt Dinge, die bringen meine Stabilität durcheinander und ich kippe um.
Haut er dann wieder ab?

Was ich damit sagen will... Ich brauche doch keine Schönwetter-Freunde, oder? Nicht mehr... Solche gab es viel zu oft in meinem Leben. Weit gebracht haben sie mich nicht.

Und bei Jens ist es einfach anders. Ja, er hatte mich ebenfalls alleine gelassen. Aber er hatte andere Gründe dafür. Ich konnte ohne ihn nicht mehr laufen, war in der Tat völlig abhängig von ihm. Und er musste mich los lassen, damit ich es wieder alleine lerne. Und er hat gesagt, dass er meinen Weg immer mitverfolgt hat und er so froh ist, dass er damals die richtige Entscheidung getroffen hat. Dass er Angst davor hatte, dass er alles nur noch schlimmer macht, wenn er mich los lässt.

Johannes hingegen... Er hat in den letzten drei Jahren alles dafür getan, dass er nicht von mir mitbekommt.

Ihm fällt jetzt erst auf, dass ich mich weiter entwickelt habe. Er öffnet erst jetzt die Augen, schaut erst jetzt hin. Ich hätte in den letzten drei Jahren sterben können, er hätte es nicht mitbekommen. Er hätte keinen meiner Hilfeschreie gehört.

Jens hingegen schon.

Ja, damit habe ich grade wirklich Schwierigkeiten.

Mit seiner Tanja habe ich ja auch Schwierigkeiten. Ich übe mich im entgegengesetzten Verhalten. Wie mir plötzlich alles zumindest virtuell bei FB gefällt, was sie postet. Die Bilder, die Johannes gefallen, gefallen mir natürlich auch... Diese gefällt mir - Klicks haben mir schon öfter geholfen, vielleicht auch dieses Mal...

Ich muss noch schnell putzen.

Johannes hat mir nicht nur vor 3,5 Jahren weh getan. Er hat es immer und immer wieder getan die letzten Jahre. Das wird mir jetzt erst klar... Und das kann ich nicht einfach wegliken.


Sonntag, 14. September 2014

Wunder geschehen...

Heut war ein komischer Tag... Fußballerisch war alles gut ;-)

Aber erst trafen wir Jens. Er arbeitet ja für mehrere Agenturen und er meinte, dass er in den nächsten Tagen noch mal auf mich zukommt. Irgendso ne andere Fußballredaktion sucht Leute und hätten wohl irgendwie Interesse an mir und meinen Beiträgen. Ich könnte für die schreiben. Ich?! Meine eigene Redaktion lehnt meine Sachen ständig ab...

Okay, dann treffen wir Johannes. Ich bin nicht zu ihm. Er stand auf der anderen Seite des Tisches, ich winkte ihm nur kurz. Er kam dann zu mir. War total besoffen. Umarmte mich. War für mich damit erledigt. Er umarmte mich wieder. Er hat Sprachschwierigkeiten wenn er betrunken ist und ich hatte auch keinen wirklichen Nerv mich zu konzentrieren... Er sagte irgendwas, dass er es großartig findet, dass ich mich hier im T-Shirt hinstelle, obwohl ich doch immer solche Probleme damit gehabt hätte. Und dass ich mich total entwickelt hätte. 100 Schritte nach vorne gemacht hätte...

Ich hab es abgenickt. Außerdem war ich grade dabei meine Hände einzucremen. Sagte ich ihm auch, dass ich ihn grade nicht drücken kann, ich sei voller Creme. Das war es dann...

100 Schritte nach vorne gemacht... Eine nette Geste, ich weiß.. Aber... Als er mich kennen lernte war ich glücklich, versteht ihr. Während unserer guten Zeit war ich einfach nur glücklich und das ist auch nicht die Zeit, die er meint. Danach, nachdem er mich 100 Kilometer weit zurück durch sein Verlassen katapultierte, ja, seitdem habe ich wieder 100 Schritte nach vorne gemacht. Das habe ich aber nicht ihm zu verdanken.

Eigentlich würde ich ihn grade gerne auslachen. Was weiß er denn schon? Davon, was ich wirklich geleistet habe? Nichts weiß er. Das heute... Gut, dass er mir phasenweise so entsetzlich fremd ist... Aber er scheint mich auch gar nicht zu kennen. Krass irgendwie... Hmm.

Aber mir wurde danach wirklich noch mal klar, dass ich zwar natürlich scheiße zu ihm war. Ja, ich hab danach viele Fehler gemacht und er hat viel Wut abbekomen, die nicht wirklich ihm galt... Aber er hat mir auch wirklich weh getan. Und er hat damals nun mal echt nen verdammt wunden Punkt getroffen. In dem er mich einfach wieder alleine ließ. Aus heiterem Himmel. Und ganz ehrlich? Wenn ich daran denke, dann könnte ich immer noch los heulen, weil es einfach so entsetzlich weh tat. Und ich das wirklich niemandem wünsche.
Wie gesagt, mein Verhalten danach war auch daneben und ich hab die volle Verantwortung dafür getragen, in dem er mich 3 Jahre lang dafür abgestraft hat. Gut, er hat mir jetzt also die Absolution erteilt, vielen Dank dafür.
Ich hab ihm auch die Absolution erteilt. Ja, ich bin ihm nicht mehr böse. Warum auch immer er manche Dinge so getan hat wie er sie getan hat... Ob es an mir lag oder an ihm... Er wird seine Gründe gehabt haben.
Und dennoch. Ich will ihn nicht mehr rein lassen. Er kann an meinem Haus vorbeigehen und wenn ich grade im Garten bin, dann wechsle ich auch ein paar Worte mit ihm. Smalltalk halt. Aber die Türe öffnen und ihn hinein lassen werde ich nicht mehr.

Jörn ist noch in der Stadt unterwegs, ich hatte keine Lust. Zu viel Leute, zu viel Alkohol... Das ist einfach nicht meine Welt.

Ich gehe stattdessen ins Bett ;-)

Jörn und ich verstehen uns richtig gut in letzter Zeit und wenn man nach über 7 Monaten immer noch gesagt bekommt, dass man total glücklich und verliebt wirkt... Dann kann das alles auch nicht so verkehrt laufen...

So, ab ins Bett.

Gute Nacht ihr Lieben. Mal gucken, ob ne andere Redaktion mein Geschreibsel zu schätzen weiß. Und wenn nicht, vielleicht nehme ich das mit dem Fußball-Blog doch in Angriff. Muss ja nicht immer zwangsläufig über meine Mannschaft sein. Also auch nicht über andere. Über Fußballthemen so im Allgemeinen. Wonach mir halt grade ist. Okay, wahrscheinlich schon mit meiner Mannschaft im Vordergund ;-) . Ich kann doch dennoch erst mal anonym bleiben und gucken wie es so läuft. Ja, ich denke drüber nach.

Jetzt erst mal noch schnell das Frühstücks-Geschirr spülen und dann schlafen.

Schlaft gut :-)

Samstag, 6. September 2014

Hmm

Ich war heute "alleine" beim Fußball. Jörn ist nicht da. Er ist auf nem Konzert. Und wisst ihr was? Es hat mir gut getan. Ich hatte Spaß, kannte viele Leute... Ja, ich kann nach wie vor alleine zum Fußball. Bin nach wie vor unabhängig. Das tat mir wirklich gut zu spüren.

Mein Lieblingsspieler durfte 90 Minuten lang spielen. Ich hab meinen Kindheitsheld wieder gesehen, den Trainer von einst, von dem ich vor kurzem schon mal berichtete. Ja, es war wirklich ein sehr schöner Tag.

Und dazu hab ich noch ganz viele Zeitungen seit gestern verteilt. So unfassbar viele, das war körperlich so übelst anstrengend.
Hab dafür aber auch dieses Wochenende 97 Euro mit meinen Zeitungen verdient. Gut, am Montag muss ich noch 400 Stück verteilen, die hab ich wirklich nicht mehr geschafft...

Und dann hab ich mich auch noch um nen platten Reifen an meinem Auto gekümmert.

Und geputzt hab ich auch noch.

Ja, ich war sehr fleißig und das hat mir sehr gut getan. Auch in Bezug auf Johannes. Natürlich beschäftigt mich das Ganze. Aber ich will ihn nicht mehr in meine Nähe lassen und hab dafür halt nur die zwei Möglichkeiten... Ich könnte mich komplett abschotten und zurück ziehen und würde dann nichts von ihm mitbekommen. Dann dürfte ich aber auch nicht mehr in Facebook, hätte heute nicht zum Fußball gedurft und so weiter...
Oder aber ich konzentriere mich halt um so mehr auf mein restliches Leben ;-) . Und das ist ohne Johannes gar nicht so leer. Ja, es gibt in meinem Leben tatsächlich noch mehr als Johannes. Und wie oft alleine heute beim Fußball wieder über ihn gesprochen wurde. Jeder kennt und liebt Johannes. Ich hasse Menschen die von jedem gemocht werden... Und den mag wirklich jeder. Ich hab noch nie was Schlechts über ihn gehört. Und das ist wirklich so selten in dieser scheinheiligen Fußball-Fan-Welt. Da läster jeder über jeden. Wobei es ja auch immer merkwürdig ist, wenn es gar nichts Schlechtes über jemanden zu sagen gibt, oder? Hmm. Gut, über seine Frauengeschichten wird hin und wieder gesprochen. Meine Güte, hatte ich das bis vor kurzem denn wirklich nie gehört? Wollte ich das nicht hören? Gut, ich hätte es ganz lange Zeit niemals geglaubt. Egal wer mir was erzählt hätte. Niemals hätte ich ihm irgendwelche Affären oder One-Night-Stands zugetraut. Niemals! Nie, nie, niemals! Alles Lügen...
Ich weiß noch, kurz nachdem er mich abgeschossen hatte fiel mir das erste Mal ein Foto von ihm auf. Er inmitten von zwei dunkelhäutigen Frauen. Die Kommentare zu dem Bild sind wohl klar... Ich dachte damals wirklich: "Ach, ihr hab doch alle keine Ahnung. Johannes würde so was niemals tun." Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Hmm. Er wird nie wieder so sein wie er damals war. Das zwischen uns wird nie wieder so sein. So bedingungslos und richtig. Ich sage nicht, dass ich das noch mal haben möchte! Dieses Glück war mit zu viel Schmerz verbunden. Aber alles Andere ist einfach so ne Kinderkacke irgendwie.
Ja, egal.

Jedenfalls fiel mir ein, wie ich mich damals nach Niklas am Leben hielt. Ich machte Sport und Diät, ich war aktiv. Und das war echt gut. Und so mache ich das jetzt wegen Johannes auch. Er wird mir nie wieder weh tun. Dafür sorge ich.

Ich hatte letzte Woche wieder zwei Berichte geschrieben, beide wurde nicht veröffentlicht. Dabei fand ich einen davon echt extrem gut. Ich gebe denen jetzt ne Woche Zeit den zu veröffentlichen, tun sie es nicht, dann veröffentliche ich ihn meinetwegen auch mal hier. Das ist mehr so ein allgemeines Fußball-Dings. Eine Satire über die Rituale und den Aberglauben eines Fußballfans. Ich fand es lustig und hab mich alleine beim Schreiben schon kaputt gelacht. Ja schade, die Redaktion meldet sich mal wieder nicht. Dieser Artikel ist jedenfalls in meinen Augen wirklich viel zu schade um in den Katakomben meines Laptops zu versauern.
Heute hab ich den Chef gefragt, wie es denn aussieht, ob jemand nen Nachbericht zu dem Spiel heute schreibt. Ob denn außer mir noch jemand da war. Ob ich soll. Keine Antwort... Ich schreibe jedenfalls jetzt nichts mehr ohne vorher ne Ansage zu erhalten. Das ist echt ätzend wenn man so viel Zeit und Mühe investiert und dann so abgeschmettert wird.
Ist es schlimm, dass ich es sehr erleichternd finde, dass Jörn meine Texte mag? Dass mir das Mut macht? Ich glaube ehrlich gesagt, dass Jörn mit einer meiner größten Kritiker sein kann. Hmm.

Jörn kommt übrigens morgen. Da muss ich morgen Früh noch ein wenig aufräumen. Eine Woche haben wir uns dann nicht gesehen. Eine Woche, in der ich 2,5 Kilo abgenommen habe ;-) . Hat mir mal wieder gut getan.

Jens hab ich heute auch gesehen. Wir sprechen gar nicht mehr miteinander. Außer Hallo reden wir wirklich nicht mehr miteinander. Hmm. Aber es ist okay. Ich kann noch nicht mal sagen dass ich mehr möchte. Wüsste ja selber nicht, worüber ich mit ihm reden soll. Hmm. Ist Jens und meine Geschichte in der Tat vorbei? Zu Ende geschrieben? Unser gemeinsamer Weg komplett zu Ende? Scheint so...

Wenn es bei Jens aber okay ist... Warum beschäftigt mich dann Johannes noch so? Wenn ich doch auch das das Buch schließen möchte? Hmm.

Sonst noch was? Nee, ich glaube nicht. Ich gehe bald schlafen. Die Zeitungen stecken mir in den Knochen, vor allem im Rücken.

7 Monate bin ich jetzt schon mit Jörn zusammen. In 5 Tagen... Wahnsinn.

Ach ja... Die Rente... Drei Jahre also? Das ist krass, oder? Natürlich bin ich wahnsinnig erleichtert darüber, dass meine finanzielle Situation für die nächsten 3 Jahre beruhigt ist. Und dennoch... Ich muss in den nächsten 3 Jahren irgendwas tun. Ansonsten stehe ich in 3 Jahren genau da, wo ich jetzt bin. Lande wieder bei irgendeinem Gutachter. Und irgendwie hab ich das Gefühl, als würde ich wieder nen Schritt weiter gehen wollen. Ich will und werde meine Zeitungen nicht hergeben! Aber bis an mein Lebensende von Rente und Zeitungen leben? Ich weiß es nicht. Ich hab das Gefühl, als könnte ich mir einfach noch ein Paket mehr auferlegen. Noch ne Aufgabe übernehmen. Wisst ihr was ich meine? Ich hab mich an das jetzige Pensum gewöhnt, es ist okay. Ich kann noch ein bisschen mehr leisten. Vielleicht hängt das auch mit dem Schreiben zusammen. Da werde ich ja nun mal ziemlich ausgebremst. Aber prinzipiell wäre ich der Aufgabe irgendwie gewachsen. Obwohl es wirklich anstregend war! Wenn ich also jetzt noch irgendeine sinnvolle Aufgabe finde, die mich irgendwie fordert und die ich regelmäßig tun kann, dann wäre das wohl nicht ganz so verkehrt. Ja, ich überlege mir was. Vielleicht sollte ich mich auch einfach mal um meinen Haushalt kümmern. Putzen. Regelmäßig... So was halt.

Aber jetzt gehe ich erstmal schlafen. Ich bin total platt.

Gute Nacht ihr Lieben.