Freitag, 22. Juli 2016

Ich hasse dich so sehr

Wen? Mich natürlich...

Ich gehe echt kaputt. Ich beschimpfe mich nur noch. "Nutte" , "Fotze", "Drecksschlampe" sind dabei noch die netten Ausdrücke. Dresche auf mich ein, verpasse mir Ohrfeigen, haute mit Gegenständen auf die Oberschenkel, nehme das Küchentuch und schlage es auf alle Körperteile, die ich nur erwische.

Ich hasse mich einfach so sehr. Ich sollte einfach nur verrecken. Zack, aus und vorbei. Ich komme in dieser Welt eh nicht klar. Bin nie gut genug für irgendwas, genüge nie, reiche nie und versage immer. Das ist doch kein Leben.

Ich kann nicht mehr, ehrlich nicht. Meine Wohnung gleicht wieder der eines Messis. Ich kriege nichts mehr hin. Alles geht kaputt.

Ich will wirklich nicht mehr. Ich kann auch nicht mehr. Ich kann wirklich nicht mehr.

Kann mir nicht irgendjemand helfen? Bitte?

Ich kann nicht mehr.

Montag, 18. Juli 2016

Raus aus der Vergangenheit

Heute ist mal wieder ein sehr abwechslungsreicher Tag. Was meine Gefühle angeht...
Die letzten Tage waren lethargisch. So voller Ohnmacht. So antriebslos. Alles so sinnlos. Es war so fast schon gefühlslos. Ein schlimmer Zustand.

Dann heute Morgen... Ich musste zum Frauenarzt. Der Schatten auf meiner Gebärmutter. Ich dachte darüber nach, was ist, wenn das jetzt wirklich Krebs ist. Es sterben in letzter Zeit so viele Menschen an dieser Krankheit. Und ich dachte... Ja, es wäre okay. Um ehrlich zu sein hatte ich mir fast schon gewünscht, dass es so was in die Richtung ist. Dann hätte plötzlich alles wieder Sinn. So ein Ende kann auch Sinn ergeben. Vor allem in meinem Fall. Ich dachte darüber nach, ob ich noch war erreichen möchte. Ob ich Ziele habe. Nein. Mein Ex-Chef von der Redaktion meinte vor kurzem, dass er es schade findet, dass ich so wenig aus meinem Potenzial und meinem Leben mache... Und ja, vielleicht hat er Recht. Vielleicht ist mein Leben nicht lebenswert. Ich hab nicht wirklich was erreicht in meinem Leben, bin noch viel weiter davon entfernt, etwas erreichen zu können. Ja... Es wäre nicht schlimm, wäre so ein Leben relativ früh vorbei. Und gleichzeitig wusste ich, dass genau deswegen dieser Schatten nicht für meinen Tod verantwortlich sein wird. Ich glaube, dass mittlerweile nur noch die jungen, ambitionierten Menschen sterben. Die, die so sehr an ihrem Leben hängen, die, die von so vielen Menschen so dringend gebraucht werden. Das sind die Menschen, die sterben. Nicht solche wie ich. Und ja, der Schatten ist nicht gewachsen. Alles okay... Für den Doc...

Und dann bekam ich heute Morgen eine Sprachnachricht von meinem kleinen 6-jährigen Freund. Er sagte, dass er mich ganz doll lieb hat. Worte, die mir plötzlich so viel Kraft verliehen. Worte, die mir das erste Mal seit Tagen das Gefühl gaben, ich könne irgendwas tun, irgendwas ändern. Ich wusste natürlich nicht was. Aber zumindest dieses Gefühl zu haben, ich könnte, wenn ich denn nur wollte... Wisst ihr... Wenn so ein kleiner Knirps das zu einem sagt... Das fühlt sich einfach echt an. Ja, das hat mir sehr viel bedeutet.

Und dazu kam, dass Jörn gestern und heute sehr süß war. Er hatte sich heute Mittag rührend um den Kleinen gekümmert, hat mit ihm gespielt und mich würdig vertreten. Gestern war er joggen und Rad fahren, schrieb tausend mal, dass er mich vermisst. Auch das glaubte ich ihm. Ja, auch das fühlte sich echt an. In den letzten Stunden hatte ich nichts mehr von ihm gehört, deswegen dachte ich, ich gehe mal auf ihn zu. Mache ich sonst nie. Er ist eigentlich immer derjenige, der mir schreibt. Schreibt, dass er an mich denkt und so was. Ich hatte ihn gefragt, ob es ihm gut geht. Er rief dann an. Stand grade an der Theke um Bier zu bestellen. Ist auf einer Party... Und in dem Moment hatte mich das wieder so sehr zurück geworfen. Mich wieder so sehr von ihm entfernt.

Ich dachte heute Mittag, ich konzentriere mich jetzt einfach nur auf die Dinge, die mir gut tun. Auf Menschen, die mir gut tun. Und ja, gestern und auch heute Mittag hatte auch Jörn dazu gehört. Aber... Seht ihr... Er braucht mich nicht. Sobald er Alkohol, Party, Menschen, Lärm um sich hat, braucht er mich nicht mehr. Wegen solchen Dingen fährt er ins Trainingslager.

Für mich steht mittlerweile fest, dass das Thema Fußball für mich beendet ist. Das macht mich nicht glücklich. Ich komme in dieser Fanszene nicht mehr klar. Finde unsere Ultras zum Kotzen und die dominieren nun mal die Fanszene. Mag keine betrunkenen Menschen und beim Fußball sind umgelogen 90 Prozent der Leute besoffen. Zumindest in der Fankurve. Und dann der Trainerwechsel letzte Saison... Seitdem mag ich noch nicht mal mehr die Art Fußball zu spielen. Mich langweilt das Spiel. Durch das Schreiben hatte sich das so ein wenig relativiert. Ich durfte hin und wieder in den Pressebereich, da war ich dann zumindest mal raus aus der Fankurve und im Pressebereich ist in der Regel keiner besoffen. Und naja, natürlich musste ich mich mit der Mannschaft und sämtlichen Nachrichten rund um den Verein in den letzten Monaten beschäftigen, davon lebte die Seite. Ja, ich war gut informiert über alles. Aber nicht, der Informationen wegen, sondern einfach, um irgendwas schreiben zu können. Das ist so ähnlich wie Klettern im Klettergarten. Ich hab eigentlich totale Höhenangst. Wenn man aber in diesen Parcours weit über der Erde hängt, hat man ganz andere Sorgen als die Höhe. Dann gehts um Kraft und richtige Schritte und Tritte.

Mir tut es im Moment immer noch sehr weh, wenn ich sehe, was die Leute aus der Redaktion bei FB so posten. Hab auch alles so eingestellt, dass mir nichts mehr unvorbereitet vor die Augen kommt. Ich kann selber entscheiden, ob ich auf deren Profile gucke oder nicht. Ich bin der größte Versager darin, Dinge und Menschen zu verlieren. Loszulassen. Es ist ganz oft leicht. Meistens machen mir Abschiede überhaupt nichts aus, weil mir die meisten Dinge einfach nicht wichtig sind. Aber das war mir wichtig. Ich hatte da ziemlich viel Zeit und Energie rein gesteckt. Wollte es eigentlich nie verlieren. Aber jetzt ist es so. Und ich versuche es zu akzeptieren... Es gibt kein Zurück mehr.

Natürlich muss ich auch wieder mehr an Johannes denken. Er war damals so resolut. Für ihn war damals sofort klar, dass es für immer vorbei ist und es nie wieder ein Zurück geben wird. Das war ihm schon klar, bevor ich überhaupt von seinen Gedanken bzw. seiner Entscheidung wusste. Es war ziemlich unvorbereitet. Und das war damals sehr schwer. Für mich war damals alles so perfekt. Rundum perfekt. Es machte überhaupt keinen Sinn, dass das plötzlich vorbei ist. Das ist jetzt nicht so. Ich war zuletzt nicht mehr wirklich zufrieden. Zu viele Änderungen, die nicht mit mir abgesprochen wurden... Das Gefühl, nicht mehr als ein Zahlenlieferant zu sein. Das tat ziemlich weh. Und ich denke, das würde sich auch in Zukunft nicht ändern. Und was das Schlimmste ist. Ich hab jegliches Vertrauen verloren. In mich, dass ich das jemals gut gemacht habe. Ich war damals so voller Selbstvertrauen. Klar hatte ich Schiss vor den zig tausenden von Lesern, aber dennoch war ich halt stolz, dass man mir überhaupt so ne Aufgabe zugetraut hatte. Ging irgendwie dann doch recht unbekümmert an die Sache ran. Unbeschwert und frei. Weil ich irgendwie dran glaubte, dass der Chef an mich glaubt. Aber dem vertraue ich auch nicht mehr. Vertrauen ist nicht so mein Ding. Und ist es erstmal erschüttert... Es macht keinen Sinn mehr. Zwar sagte der Chef zu Jörn, dass er sich freuen würde, würde ich zurück kommen. Also anders wie Johannes. Aber mein Verstand sagt, dass es kein Zurück mehr gibt. Ich will nichts und niemandem mehr hinterher laufen, der mich mal abgelehnt hat.

Ja, irgendwie muss es weitergehen. Und wie gesagt, heute fühlte ich mich zum ersten Mal zumindest wieder ein kleines bisschen in der Lage. Aber Jörn hat mir heute Abend nur wieder gezeigt, dass ich mich hierbei nicht auf irgendwelche Menschen verlassen sollte. Ich brauche was anderes. Was nichts daran ändert, dass ich den Kleinen ganz doll lieb habe und für immer lieb haben werde. So einen kleinen Kumpel gibt es nur ein mal im Leben. Und ich glaube, wenn Kinder einen Menschen von so klein auf lieb haben, dann hören sie auch nicht plötzlich damit auf. Nicht, wenn sich die erwachsene Person einigermaßen vernünftig benimmt. Man hat da irgendwie einen Bonus.

Vielleicht sollte ich auch einfach wieder anfangen zu saufen. Da scheint man alles um sich herum zu vergessen. Funktioniert bei Jörn doch auch. Und es würde diese scheiß Fanszene wieder erträglicher machen...

Stattdessen suche ich was Neues. Aber was? ich dachte heute zwischenzeitlich an so einem Hundeausführjob im Tierheim. Aber... Die Hunde sind vielleicht nicht so lange da und dann bin ich grade wieder fall in love mit einem der Fellnasen und zack ist er weg. Das ist doch einfach alles Mist. Ich brauche irgendwas Beständiges in meinem Leben. Etwas, was auch einfach mal dableibt. Bei dem man nicht jeden verdammten Tag Angst haben muss, dass es heute wieder vorbei ist.

Potenzial mehr ausschöpfen... Welches denn? Ich sei so stark... Und warum bekomme ich dann nichts hin? Von einem kleinen Jungen gemocht zu werden ist wirklich großartig... Aber irgendwie... Es fühlt sich verdammt viel grade nicht gut an... Ich fühle mich so einsam und verlassen und ungeliebt. So nutzlos. So wertlos. Und die heute Morgen so kurzzeitig wieder erschienene Kraft ist auch schon wieder aufgebraucht. Vielleicht stimmen diese ganzen Attribute nun mal auch einfach? Vielleicht sollte ich sie einfach annehmen. Nicht hadern, nicht dagegen ankämpfen. Das strengt an und macht müde. Und kann man ja doch wieder nur für eine kurze ungewisse Zeit verdecken. So tun als ob... Und ein paar Wochen/Monate später ist es doch eh wieder alles derselbe Mist.

Vielleicht sollte ich auch einfach nochmal in irgendeine Klinik. Wenn ich nicht mehr zum Fußball fahre, hab ich ja Zeit. Damit würde Jörn nicht klar kommen. Aber mich fragt auch keiner, ob ich mit seinen Saufeskapaden klar komme. Ich will einfach nicht mehr. Und ja verdammt... Von mir aus hätte sich dieser scheiß Schatten verzehnfachen dürfen. Das wiederum würde nämlich dann doch wieder zu mir passen, dass ich so einen beschissenen Krebs bekomme, bei dem ich mich ständig vor fremden Menschen nackt ausziehen und betatschen lassen muss.

Wisst ihr... All diese Dinge. Ich weiß, dass mein Leben weiter geht. Dass es an mir liegt, das Beste daraus zu machen... Aber was ist das Beste? Ich will einfach nur hier liegen und warten, bis es vorbei ist. Wollte ich früher schon immer. Frau Dr. Brenner sagte damals irgendwann, dass ich dafür noch viel zu jung sei. In meinem Alter würde man sich nicht einfach ins Bett legen und sterben... Kurze Zeit darauf starb sie auf ihrem Sofa Zuhause an einem Schlaganfall... Knapp 30 Jahre älter als ich.

Ich kann mich einfach nicht schon wieder aufraffen. Immer und immer wieder von vorne anfangen. Ich kann nicht mehr. Und ich will auch nicht mehr. Und dann denke ich daran, wie mein Leben noch vor so knapp 2,5 Jahren war. Ohne diesen Redaktions-Job und ohne Jörn. Es ist nicht so, dass ich dieses Leben zurück möchte. Ich war immer alleine, hatte überhaupt keinen Kontakt zur Außenwelt. Ich will nicht sagen, dass ich damals glücklicher war. Dass mein Leben damals mehr Sinn hatte. Es hat sich viel verändernt seitdem. Ich habe Fortschritte gemacht... Aber vielleicht auch einfach zu viele Schritte. Vielleicht hab ich mich übernommen.

Ich gehe jetzt ins Bett. Es sind über 13 Jahre vergangen, seitdem Frau Dr. Brenner das zu mir gesagt hatte. Also... Ich bin 13 Jahre älter... Vielleicht ja jetzt nicht mehr zu jung...

Life sucks... Gewaltig.

Freitag, 15. Juli 2016

Nix verlernt...

Schon Jahre lang nicht mehr getan und doch hab ich es nicht verlernt...

Mich mit Süßigkeiten vollzustopfen und mir danach den Finger in den Hals zu stecken. Ich hab seit fast zwei Monaten überhaupt keine Süßigkeiten mehr gegessen, halte strikt Diät. Aber auch da habe ich kaum Erfolg. Wie so ziemlich überall in meinem Leben...

Tja, und da bin ich vorhin los in den Laden nebenan und hab alles gekauft, was ich in die Finger bekommen habe. Und hab alles davon gegessen.

Mir gehts ja seit Tagen schon nicht gut. Meine Entscheidung gegen Fußball... Soweit alles gut. Aber es ist auch eine Entscheidung gegen Gewohnheiten. Gegen Beschäftigung. Gegen irgendwie auch Sinn und Struktur.

Mittlerweile sitze ich jeden Tag hier rum und weiß nicht wohin mit mir. Nichts fühlt sich richtig an. Heute Morgen hatte sich Jörn verabschiedet. Ins Trainingslager. Facebook ist voll mit Trainingslager-Postings. Es wird in den nächsten Tagen noch viel schlimmer und noch viel mehr werden.

Es ist einfach nur so eine unfassbare Langeweile und Leere in mir. Kann mich zu nichts mehr aufraffen. Mache keinen Sport mehr, halte täglich einen Mittagsschlaf... Schlage die Zeit tot. Um am nächsten Tag genau dasselbe zu tun. Überlege, mich in einem Fitnessstudio anzumelden, verwerfe diesen Plan wieder... Kann und will mich nicht ein Jahr an etwas binden. Das funktioniert in meinem Leben nicht. Könnte sein, dass ich es in zwei Wochen schon wieder total scheiße finde. Also besorge ich mir von der Volkshochschule den Katalog. Da ist die Bindung kürzer. Ich blätter und blätter, aber auch da fühlt sich jeder Kurs falsch an. Ist doch eh alles nur eine Art Beschäftigungstherapie.

Ich hab mit diesen Autorenjob schon auch einiges verloren. Nicht nur sämtliche Privilegien. Darüber war ich mir bewusst, dass die futsch sind. Dass ich wieder einfach nur ein stinknormaler Fan sein werde. Was ich nicht möchte, weswegen ich mich ja von diesem Fußball-Zeugs distanziere. Ich hatte eine Aufgabe. Täglich. Auch wenn es so wahnsinnig anstrengend und manchmal auch wirklich viel zu anstrengend für mich war. Dieser Druck so unfassbar groß für mich war... Ständig irgendwelche Geschichten zu finden, zu schreiben, sie vor allem bei Facebook zu posten... Das war das Schlimmste. Um die 70.000 Menschen lesen das. Ich bin kein Mensch, der die Öffentlichkeit sucht. Mich wird man niemals freiwillig auf irgendeiner Bühne oder Tanzfläche finden. Schon gar nicht mit einem Mikro in der Hand. Ich wollte einfach ohne diesen Druck sein. Der hat mich kaputt gemacht. Ständig als erstes informiert zu sein, als "erstes" weiter zu informieren. Keinen falschen Quellen auf den Leim zu gehen. Keine falschen Fakten zu erwischen... Ja, das war anstrengend und manchmal kau auszuhalten. Das wollte ich los werden. Dieses 24 Stunden am Tag parat stehen, sieben Tage die Woche... Das konnte ich nicht mehr. Und dann plötzlich auch noch ständig Anweisungen zu erhalten, die ich ausführen sollte. Zu all meinem Druck.

Mir war nicht klar, wie wichtig dieser ehrenamtliche Job für mich war. Scheiß auf irgendwelche Privilegien. Er war wichtig für meinen Tagesablauf, für meine Struktur, für den Sinn.

Und jetzt? Ja, ich könnte gegebenenfalls zurück. Aber... Der Druck wäre derselbe. Und ich fühle mich dem einfach nicht gewachsen. So mies das grade auch alles ist... Dieser tägliche Druck war auch nichts. Ich hatte mir ja zunächst eine eigene Seite gebastelt. Dachte, ich schreibe einfach weiter. Nur ohne Druck. Aber es war nicht dasselbe. Auch das war nur eine Art Beschäftigungstherapie. Ich kannte mich mit dem Programm nicht sonderlich gut aus, war mit manchen Funktionenen nicht einverstanden, kam aber auch nicht weiter... Also hab ich die Seite doch wieder deaktiviert.

Ich weiß einfach nicht so recht wohin mit mir. Bin doch irgendwie nur auf der Suche nach einem Ort, an dem ich bleiben kann. An dem ich willkommen bin. An dem ich mich wohl fühle. An dem einfach mal alles okay ist... 


Montag, 11. Juli 2016

Plan- und orientierungslos

Ich weiß nicht mehr wohin mit mir. Hab keine Pläne und Ziele. Hab so viel verloren in kurzer Zeit. Weiß, dass ich für Ersatz sorgen müsste. Habe es versucht. Aber manches kann man nicht so einfach ersetzen.
Nächste Woche fahre ich nicht mit ins Trainingslager. Ich will nicht mehr in die Nähe dieses Fußballvereines. Da ist so viel mit Schmerz verbunden.

Und dann gibt es da meinen kleinen Kumpel. Der sich so sehr auf mich gefreut hatte und der jetzt so traurig ist, weil ich nicht komme. Und das wiederum macht mich so traurig. Weil ich ihn so lieb hab. Und weil ich doch so gerne Zeit mit ihm verbringe. Weil er mich lieb hat. Einfach so. Auch wenn ich so bin wie ich bin. Er hat mich einfach nur lieb. Obwohl ich ich bin. Ich hab dich lieb mein kleiner Freund... Und ich weiß wie es ist, wenn man alleine gelassen wird. Wenn man sich auf jemanden freut und der einfach nicht kommt. Ich weiß so sehr, wie du dich fühlst. Und es tut mir so leid, dass ausgerechnet ich dir jetzt diesen Schmerz zufüge.

Ich will nicht mehr zum Fußball. Das weiß ich. Aber ich weiß nicht, was ich stattdessen tun soll. Ich hab nichts mehr zu tun. Keine Aufgabe mehr. Was nicht weiter schlimm wäre. So war es vor ein paar Jahren immer. Ein Zustand den ich durchaus kenne und mit dem ich auch klar komme. Dennoch... Jetzt, wo es soweit ist... Wenn ich mich erstmal wieder an diese Langeweile und dieses Nichtstun gewöhnt habe... Komme ich da wieder raus?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht wohin mit mir. Jörn hatte mit dem Chef von dem Fußballdings gesprochen. Er würde sich freuen, wenn ich zurückkomme. Ich dürfte sofort zurück. Aber ich kann nicht. Ich wurde zuviel kritisiert. Mein Vertrauen ist im Arsch. Er sagt, ich hätte immer perfekt gearbeitet. Sie bräuchten mich. Das sind Worte... Ich hab sie zuletzt nicht mehr gespürt. Ich hab sie lange Zeit gespürt. Und dann war plötzlich alles anders. Ich durfte nicht mehr "frei" arbeiten. Bekam Vorgaben und Vorschriften, Anweisungen... Hätte ich die bekommen, wäre ich so gut gewesen? Ich kann das nicht mehr. Ja, es fehlt mir. Ja, ich bin deswegen sehr, sehr traurig. Ich hatte so viele Hoffnungen da reingesteckt. Wünsche und Ideen. Herzblut. Liebe. Aber ich bin kein Mensch, der gut vertrauen kann. Und wenn es einmal hinüber ist... Ich könnte nicht mehr frei arbeiten. Würde selbst nicht mehr glauben, dass es gut ist, was ich da tue. Würde alles in Frage stellen. Könnte nicht mehr frei schreiben. Ich bin kein Typ, der über Sätze nachdenkt. Über Formulierungen und Grammatik. Die Sätze kommen und sind da. Wenn ich frei bin.

Ja, es ist Scheiße. Alles ist Scheiße. Und ich hab keine Lösung. Ich weiß nicht wohin mit mir. Wo bin ich richtig? Wo gehöre ich hin? Wo darf ich sein?

Ich vermisse dich mein kleiner Freund... Da war ich frei...

Mittwoch, 6. Juli 2016

Wenn man vor Kummer und Tränen nicht mehr schlafen kann

Es ist doch einfach mal wieder viel zu viel. Wie soll ich all das ertragen? Ich?! Psychisch eh schon mehr als labil.
Meine Mutter will nicht mehr leben, mein Dad wird morgen am Herzen operiert... Als ich heute zurück nach Hause (wo verdammt ist nur mein Zuhause?) gefahren bin, musste ich den ADAC rufen. Ihr werdet nicht glauben wo. Ausgerechnet in der Stadt, in der Frau Dr. Brenner beerdigt liegt. Obwohl ich so nah dran war... Ich bin nicht zu ihr auf den Friedhof. Ich weiß gar nicht so recht warum nicht. So nah war ich schon so lange nicht mehr dran. Aber irgendwie... Dieser Wink des Schicksals hatte mich einfach zu sehr geflasht. Meine Strecke betrug 600 Kilometer. Vom Start aus waren es ungefährt 200 Kilometer. Es war echt Schicksal, denke ich. Was auch sonst. Ich hätte in so vielen Städten liegen bleiben können. Aber ausgerechnet da? 11 Kilometer vom Friedhof entfernt? Ja, ich hatte es zumindest ins Navi eingegeben...

Von meiner Autorengeschichte gibt es nicht viel Neues. Entweder ich mache es so wie sie es wollen oder ich bin raus. So einfach ist es. So einfach wird man ersetzt. Gleichzeitig muss ich so viel Kritik einstecken. Was ich alles anders machen soll in Zukunft. Wisst ihr... Das war mein Baby. Ich hatte einen eigenen Bereich. Und plötzlich soll ich da Anweisungen erhalten, das tun, was man mir sagt, soll gewisse Dinge gar nicht mehr tun... Es ist nicht mehr mein Baby. Und mit Kritik kann ich eh nicht umgehen. Der "Chef" kannte mich bislang immer nur, wenn er mir Vertrauen schenkte, da kann ich so zahm und pflegeleicht sein. Aber wehe man kritisiert mich und schmeißt mich mehr oder weniger raus. Dann werde ich zu einem anderen Menschen. Verwundet. Aggressiv. Selbstschützend. Zweifelnd. Verletzend...

Ich bin sehr traurig deswegen. Aber ich befürchte, es ist das Beste, wenn ich aufgebe. Freiwillig gehe. Ich hab mir überlegt... Ich kann mir meine eigene Seite basteln. Kann das tun, was ich bislang auch mache. So, wie ich es in den letzten Monaten immer getan habe. So, wie es mir Spaß gemacht hat. Ich könnte auch so nen Blog wie jetzt erstellen. Kann verschiedene Rubriken erstellen. Und vor allem kann ich ohne Druck arbeiten. Mit Spaß.

Ich bin mal wieder gescheitert. Und so langsam frage ich mich, ob nicht das ganze Projekt "Fußball" gescheitert ist. Deswegen bin ich umgezogen. Aber erst bin ich bei der ersten Autoren-Stelle gescheitert, dann in der Fanszene gescheitert und jetzt bei der nächsten Autoren-Stelle. Gut, da tut es mir wirklich richtig weh. Weil es eigentlich Spaß gemacht hatte... Mir zumindest. Den Anderen jetzt offensichtlich jetzt nicht so mit mir.

Ja, das stimmt mich mega traurig. Alles. Das ist zu viel. Aber ich weine so viel, dass ich merke, dass ich abgenommen habe. Ernsthaft. Ich war nicht auf der Waage. Aber ich spüre plötzlich meine Beckenknochen wieder. Ohne danach zu tasten und sie zu suchen. Ich spüre sie auch zufällig wieder.
The biggest Loser. In allen Lebenslagen.

Ich hab vorhin mal überlegt, wann ich zuletzt so viel geweint habe. Das war glaube ich in der Tat, nachdem mich Johannes verlassen hatte. Wenn man einfach nicht mehr aufhören kann. Mal kurz innehalten kann, aber es dann sofort wieder losgeht. Ich weiß nicht, wie ich schlafen soll. Sitze hier im Dunkeln. Vorzugsweise auf dem Boden. Mein liebster Ort, wenn es mir nicht gut geht. Egal wo, Hauptsache auf dem Boden...

Mit Jörn habe ich mich natürlich auch zerstritten. Schaut mal... Jeder und alles geht grade... Soll ich jetzt darauf warten, bis er auch auf den Trichter kommt? Nee... Wenigstens da will ich mitbestimmen und hab ihn deswegen mit voller Wucht von mir gestoßen. Hat geholfen. Er meldet sich nicht mehr... Manche Kämpfe muss man alleine führen und manche Wege alleine gehen. So hätte er mich eh nicht ertragen.

Ich hab sogar überlegt, ob ich wieder zurück gehen soll. In die Heimat. Nicht vergessen... Das Projekt Fußball ist gescheitert. Ich bin gescheitert. Was soll ich noch hier? In meiner Heimat bräuchten sie mich. Ich könnte ohne Probleme einen Putzjob haben. Sogar einen Fahrerjob. Ich hätte Möglichkeiten.

Ich will weg. Einfach nur weg. Von allem. Selbst Suizid geistert manchmal durch mein Hirn. Es soll einfach endlich aufhören. Ich ertrage das alles nicht mehr. Mich nicht. Das Leben nicht. Ich kann nicht mehr.

Freitag, 1. Juli 2016

Au revoir

Warum muss man immer so vieles verlieren? So vieles, was man doch eigentlich braucht im Leben?

Ich bin keine Autorin mehr. Ich weiß nicht, woran es letztendlich wirklich lag. Der Chef hatte irgendwann klipp und klar gesagt, dass er mit mir in die Kiste will. Und ich hab Nein gesagt. Darauf war ich sehr stolz. Immerhin hat er mich irgendwie gereizt. Ist aber nichts, worauf man stolz sein müsste. Ich bin in einer Beziehung, da geht man nicht fremd. Punkt. Und jetzt ist auch mal wieder klar, warum er mich so gereizt hat. Er ist einer von den Arschlöchern. Auf die stehe ich. Aber der Unterschied zu Johannes ist... Der Typ ist für mich seitdem abgehakt. Schmerzlos abgehakt. Gut, das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen. Ja, es gab Diskrepanzen mit einem anderen Mitarbeiter, der mir ständig sagen wollte, was ich zu tun habe. Und ich hasse es, wenn mir jemand sagt, was ich zu tun habe. Ich hab mich beschwert und tja. Jetzt bin ich wohl raus. Und eigentlich merke ich, dass ich das sehr gerne getan habe. Es wird mir fehlen. Aber so ist das halt. Nichts Neues in meinem Leben. Ich sollte mich nicht wehren. Am besten noch sollte ich gar nichts so nah in meine Nähe lassen, dass ich mich wehren müsste. Das wäre am besten.

Morgen fahre ich zu meinen Eltern. Mein Dad ist wieder im Krankenhaus. Auch er baut immer mehr ab. Meine Mutter ist mittlerweile ein Pflegefall. Kann die Wohnung nicht mehr verlassen. Eigentlich hat sie mein Dad immer gepflegt, aber der ist ja nicht mehr da. Sie werden sterben. Alle beide. Und es ist nicht mehr zu übersehen.

Ich für meinen Teil hab den Sport wieder für mich entdeckt. Ich mache so unglaublich viel Sport. Es tut mir gut. Das Zeitungen verteilen ermüdet mich seitdem nicht mehr so. Im Gegenteil. Wenn ich fertig damit bin, mache ich abends oft noch ein paar Kraftübungen. Und morgens noch das ein oder andere Workout. Ich mache so HIT und Zirkeltraining und dazu halt noch Kraftübungen. Und ernähre mich gesund. Ich nehme nicht viel ab. Weder auf der Waage noch an Umfang. Aber das ist mir nicht mehr so wichtig. Ich fühle mich besser und habe einen Ausgleich gefunden.

Und nachdem ich jetzt eh keine Autorin mehr bin. Mich die ganze Fanszene eh nur noch abfuckt... Ich also auch nicht mehr auf der Pressetribüne sein darf... Trete ich da vielleicht wirklich was kürzer und suche mir so nen Sportverein. Ich hab auch schon was ganz Bestimmtes im Sinn. Ja, das würde mir wirklich gefallen. Nicht ganz billig, aber das ist so ein aktives Fanleben auch nicht. Im Gegenteil.

Und wenn ich Sport mache... Das ist mein Ding. Da brauche ich keine Menschen. Ich kann mit Menschen einfach nicht, das habe ich erst heute wieder gemerkt. Es funktioniert einfach nicht. Mit mir kommt man einfach nicht klar. Keine Chance. Ich sollte diesen ganzen Leuten einfach aus dem Weg gehen. Ich kann nicht sagen, dass ich sie hasse. Aber sie überfordern mich. Ich hab das Gefühl, ständig alles falsch zu machen. Ich ecke ständig an. Und das will ich doch gar nicht. Ich will doch nur meine Ruhe und meinen Frieden.

Ich hab schon wieder was wirklich Wichtiges in meinem Leben verloren. Etwas, was mir Halt gegeben hat. Es nervt... Klar geht mein Leben auch ohne weiter. Das weiß ich. Ich muss nur ne Beschäftigung finden. Ich kann jetzt auch nicht 24 Stunden am Tag Sport machen. Es wird schon werden. Ganz bestimmt. Ich schaffe das.

Aber verrückt ist... Ich hab vorhin mein Fotoalbum angeschaut. Wisst ihr, wie viel ich schon verloren habe? Bilder von Kira, Frau Dr. Brenner, irgendwelche große Lieben (im Vergleich zu Johannes harmlos)...

Mein Leben wird weitergehen. Das weiß ich. Aber ich war schon auch ein wenig stolz auf das, was ich da getan habe im letzten Jahr. Jetzt bin ich raus. Ja, das ist traurig. Das ist jetzt schon traurig. Und das Schlimme ist, bei mir dauert das immer ein paar Stunden, bis es mich mit voller Kraft erreicht.

So war es damals bei Johannes auch. Es tat von Anfang an weh. Aber richtig umgebrettert hat es mich erst 1-2 Tage später. Und keiner da, der mich tröstet. Mein Freund ist auf dem Schützenfest. Darf ich gar nicht dran denken. Wie er sich mit Schnaps voll laufen lässt, während ich kaputt gehe.

Ich muss schlafen. In fünf Stunden will ich schon auf der Autobahn sein... Ich bin traurig. Sehr traurig.

Freitag, 24. Juni 2016

Ich will, dass du glücklich bist

Ich finde vieles nicht gut von dem was du tust. Viele Dinge schrecken mich ab. Tun mir sogar weh. Sehr weh. Du hast keine Vorstellung davon, wie weh mir manche deiner Verhaltensweisen tun. Das wirst du auch nie erfahren. Es ist besser so. Für dich, für mich, für uns.

Als wir heute kurz geschrieben haben... Weißt du, was ich dabei gedacht habe? Was ich dir fast geschrieben hätte?

"Du bist mir verdammt wichtig und ich will, dass du glücklich bist."

Und weißt du noch was? Ich hätte dir gerne gesagt, dass mir unsere Gespräche von damals fehlen. Diese Nähe und Vertrautheit. Das Gefühl, dich erreichen zu können. Das Gefühl, dich nicht mit meinen Nachrichten zu nerven. Keine Angst davor haben zu müssen, dass ich auf meine nächste Nachricht keine Antwort mehr bekomme.

Manchmal frage ich mich, ob auch du einen Unterschied zu damals wahrnimmst? Weißt du... Heute habe ich mit einem anderen Bekannten geschrieben. Kurz. Über so ne Fußballgeschichte. Es ist anders. Ich kenne ihn nicht, er kennt mich nicht. Er will nichts über mich erfahren, ich nichts über ihn.

Und genau das ist der Unterschied. Ich will wissen, wie es dir geht. Wie es dir wirklich geht. Was in dir vorgeht. Was du denkst, was du fühlst. So wie damals. Ist das so verwerflich? Dass ich wissen möchte, was du tust, womit du dich beschäftigst, wie dein Leben so funktioniert. Darf man das nicht von seinen Mitmenschen wissen, ohne dass man mit ihnen zusammen ist?

Stattdessen führen wir Smalltalk. Ich lache, wo mir nicht nach lachen zumute ist. Akzeptiere, dass meine letzte Nachricht unbeantwortet bleibt. Unser Gespräch endete wengistens mit einem lachenden Smiley. Ohne zu wissen, wie es dir wirklich geht. Was du tust. Was dich beschäftigt.

Bis zum nächsten Mal. Wenn ich dich wieder anschreibe. So wie es immer ist. Spätestens zum Todestag. Hey... Wie meine letzte Nachricht zum Todestag mit dem Spruch: "Was bleibt ist die Liebe".

Und sie bleibt... Ein Stückchen Liebe wird für immer bleiben. Für diesen Kerl, mit dem ich Smalltalk halte, der mir so fremd ist, der mich nicht mehr in seine Nähe lässt und über den ich nichts mehr weiß...

Aber weißt du was? Ich will, dass du glücklich bist...